Bismarckturm-Planungen Sonstiges Ausland

Elf nicht realisierte Bismarckturm-Projekte


Auf dem heutigen Gebiet von Litauen, Namibia, Österreich, Rumänien, Russland, Slowenien, Togo, Tschechien wurden elf Bismarcktürme geplant. In Österreich (1x), Tschechien (3x) und Russland (4x) standen bereits Bismarcktürme.

In folgenden Städten und Ländern sollten die Bauwerke gebaut werden:


  1. Memel (Litauen)
  2. Prökuls (Litauen)
  3. Windhuk (Namibia)
  4. Graz (Österreich)
  5. Hermannstadt / Schäßburg (Rumänien)
  6. Weißkirch bei Bistritz (Rumänien)
  7. Heiligenbeil (Russland)
  8. Tilsit (Russland)
  9. Deutsch-Cilli (Slowenien)
  10. Misahöhe (Togo)
  11. Leitmeritz (Tschechien)

Nähere Angaben zu den Bismarckturm-Projekten im Sonstigen Ausland

Von Litauen bis Namibia


1. Planung Bismarckturm Memel (Litauen)

Seit 1899 sammelte der örtliche Verschönerungsverein für den Bau eines Bismarckturms in Memel. Bis 1914 konnten 5.000 Mark an Spenden für den Turmbau gewonnen werden.

Der Kreistag in Memel beabsichtigte im Jahr 1914, auf Sandkrug (Nordspitze der Kurischen Nehrung) einen Bismarckturm als Aussichtsturm zu errichten. Es wurde ein Ausschuss gebildet, in welchem auch der Oberbürgermeister von Memel sowie der Landrat vertreten waren.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1914 (Nr. ?, S. 53)

___


2. Planung Bismarckturm Prökuls (Litauen)

Der Kriegerverein von Prökuls plante im Jahr 1914 auf dem Johannisberg, einem Hügel zwischen Prökuls und Ellnischken, einen Bismarckturm zu errichten. Der Bau inkl. Bodenerwerb war mit 5.000 Mark veranschlagt. Der Kriegerverein hatte bis 1914 insgesamt 1.800 Mark gesammelt.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1914 (Nr. ?, S. 11)

___


3. Planung Bismarckturm Windhuk (Namibia)

Der Gemeinderat in Windhuk plante im Jahr 1914, auf der Bonzenschanze in Windhuk einen Bismarckturm zu errichten. Auf der südwestafrikanischen Landesausstellung im Jahr 1914 wurde ein großer Teil des Überschusses von 411,50 Mark dem Baufonds des Bismarckturms überlassen.


Quellen

- Hamburger Nachrichten vom 31.07.1914

___


4. Planung Bismarckturm Graz (Österreich)

Im Jahr 1911 bildeten Bismarck-Verehrer in Graz einen Ausschuss zur Errichtung eines Bismarckturmes auf dem Plabusch bei Graz. Im Jahr 1910 veröffentlichte der Ausschuss unter Vorsitz von Alt-Bürgermeister Dr. Franz Graf und Bürgermeister Dr. Robert Fleischhacker einen Aufruf an alle "Volksgenossen", um "auf ragender Bergkuppe, der Höhe des Plabusch" (764 m über NN), einen Bismarckturm zu errichten. Die Einweihung war für das Jahr 1915 geplant.

Der Ausschuss gab im Jahr 1910 eine Ansichtskarte mit dem projektierten Entwurf des Turmes heraus.

Der Steierische Gebirgsverein hatte dem Ausschuss unentgeltlich ein Bau-Grundstück auf dem Plabusch überlassen.

Der Ausschuss sammelte Spenden und erhielt auch von außerhalb Österreichs, u.a. von Deutschen aus der Schweiz und der USA, Spendengelder.

Ende 1913 wurde erneut ein Aufruf zur Zeichnung von Beiträgen für einen 17 m hohen Bismarckturm bei Graz veröffentlicht.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1909 (Nr. 6, S. 95); Jg. 1910 (Nr. 6, S. 94); Jg. 1911 (Nr. 1, S. 11); Jg. 1913 (Nr. 11/12, S. 169)

- Die Wartburg, Zeitschrift für den ostmärkischen Burschenschafter, Heft 11, November 1912, S. 247

- Marburger Zeitung vom 04.05.1911

- Brudnjak, Andreas: "Aussichtswartenführer für die Steiermark", KRAL-Verlag 2014, S. 21

___


5. Planung Bismarcksäule Hermannstadt / Schäßburg (Rumänien)

Der sächsische Kulturverein plante im Jahr 1912, in Hermannstadt oder Schäßburg eine Bismarcksäule zu errichten. Zu diesem Zweck sollten Sammlungen durchgeführt werden. Die Einweihung war für das Jahr 1915 geplant.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1912 (Nr. 2/3, S. 35)

___


6. Planung Bismarcksäule Weißkirch bei Bistritz (Rumänien)

Sächsische Hochschüler führten Anfang 1899 eine Sammlung für die Errichtung einer Bismarcksäule bei Bistritz durch. Der Bistritzer Polizeihauptmann verbot den Schülern diese Sammlung. Der Innenminister hob dieses polizeiliche Verbot wieder auf.


Quellen

- Westfälische Zeitung vom 18.05.1899

___


7. Planung Bismarckturm Heiligenbeil (Russland)

Die Ortsgruppe Heiligenbeil des Deutschen Ostmarkenvereins unter Vorsitz von Dr. Große (Direktor der landwirtschaftlichen Realschule) plante, in Heiligenbeil einen Bismarckturm zu errichten.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 8, S. 10)

___


8. Planung Bismarckturm Tilsit (Russland)

In der Boyenstraße, Ecke Friedrichstraße in Tilsit wurde im Jahr 1913 ein 50 m hoher Wasserturm (Kosten: 160.000 Mark) errichtet, der auch als Bismarckturm ausgebaut werden sollte. Stadtbaurat Hauer aus Tilsit hatte dies im Jahr 1912 bei den Planungen vorgeschlagen. Baumeister Juschka aus Tilsit fertigte den Entwurf an.

Geplant war der Einbau von acht Feuerbecken auf dem Turmkopf, das Obergeschoss sollte als Aussichtsbereich dienen. In den unteren Etagen entstanden Wohnungen.

Die Feuerbecken sollten zu bestimmten Anlässen zu Bismarcks Ehren entzündet werden.

Nach der Fertigstellung des Wasserturmes wurde dieser am 18.10.1913, dem 100. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, eingeweiht.

Es ist unbekannt, ob auch die Bismarck-Feuerbecken installiert wurden und der Wasserturm als Bismarckturm genutzt wurde.

Das Bauwerk war im Jahr 2008 noch erhalten.


Quellen

- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 190 "Bismarck-Feuersäule u. Aussichtsturm in Tilsit", 1900-1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)

___


9. Planung Bismarckwarte Deutsch-Cilli (Slowenien)

Im Jahr 1906 bildeten Bismarck-Verehrer in Deutsch-Cilli in der Steiermark einen Ausschuss zur Richtung einer Bismarckwarte in Deutsch-Cilli. Der Ausschuss veröffentlichte einen Aufruf und bat um Spendenmittel für das geplante Bauwerk.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1906 (Nr. 4, S. 60)

___


10. Planung Bismarckturm Misahöhe (Togo)

Auf der 850 m hohen Moltkespitze im Bezirk Misahöhe planten Bismarck-Verehrer vor 1911 den Bau eines Bismarckturmes. Auf 20 m² Grundfläche sollte ein viereckiger Turm mit einer Höhe von 12 m errichtet werden. Das Baumaterial sollte an Ort und Stelle gebrochen werden.

Am Turm sollte ein bronzenes "Brustbild des Altreichskanzlers" angebracht werden. Zudem war geplant, einen Raum zum Übernachten im Turm einzurichten.

Im Sommer 1911 waren die erforderlichen Geldmittel für das Bauwerk durch die "rührige Tätigkeit des Bezirksamtmannes Dr. Gruner nahezu vorhanden", sodass die Einweihung des Turmes auf den 01.04.1912 terminiert wurde.

Anfang 1913 wurde um weitere Spenden für den Turmbau "zu seiner würdigen Ausführung" auf der Moltkespitze gebeten.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1911 (Nr. 9, S. 169); Jg. 1913 (Nr. 2, S. 26/27)

___


11. Planung Bismarckturm Leitmeritz (Tschechien)

Im November 1903 planten Bismarck-Verehrer den Bau eines Bismarckturmes in Leitmeritz. Dieser sollte nördlich der Stadt gebaut werden.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 2, S. 3); Jg. 1905 (Nr. 8, S. 10)


Kleine Bildauswahl geplante Bismarcktürme im Sonstigen Ausland

Ansichtskarte Wasserturm Tilsit um 1915 (Bismarckturm?)

Foto Wasserturm Tilsit 2008

Ansichtskartenmotiv projektierter Bismarckturm in Graz 1910