Fernsehturm statt Bismarcksäule
Der Bismarckturm in Porta Westfalica
Vorbemerkungen
1
Bereits vor 1898 planten die „Deutschbund-Gemeinden“ Herford und Minden [Anm.: Organisation der völkischen Bewegung], auf dem Jakobsberg in Porta Westfalica ein Bismarckdenkmal zu errichten.
Patriotische Bürger planten ebenfalls, auf der vorderen Klippe des Jakobsberges ein "Kaiser-Friedrich III.-Denkmal" zu bauen. Der geplante Bauplatz wurde durch zwei hohe Holzmasten markiert. Trotz Spendensammlung wurde das Vorhaben aufgegeben.
Vorbemerkungen 2
Vor dem Bau der Bismarcksäule wurden bereits zwei hölzerne Aussichtstürme auf dem Jakobsberg errichtet:
- Mindener Pioniere bauten 1886 auf der Nammer Klippe (auch Fannys' Ruh genannt) einen hölzernen Aussichtsturm, der auch der Landesvermessung dienen sollte. Das Bauwerk existierte nur wenige Jahre.
- Der 1887 gegründete Verschönerungsverein Hausberge errichtete auf der höchsten Stelle des Jakobsberges [Anm.: späterer Bauplatz der Bismarcksäule] im Jahr 1889 einen hölzernen Aussichtsturm für 480 Mark. Bereits 1895/96 mussten größere Reparaturen am Turm durchgeführt werden, im Jahr 1898 war er erneut sanierungsbedürftig. Es wurde - auch aufgrund der Zunahme der Besucher durch das am 18.10.1896 eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica - vom Verschönerungsverein beschlossen, für einen Neubau des Turmes zu sparen.
Bauplanung
1898
Der angehende Theologe Julius Peter aus Lahde machte Mitte Dezember 1898 die „akademischen Kreise“ auf den Aufruf der deutschen Studentenschaft aufmerksam und schlug den Bau einer Bismarcksäule auf dem Jakobsberg vor. Dabei wies er besonders auf das direkt gegenüberliegende Provinzialdenkmal Kaiser Wilhelms I. hin.
Katastersekretär Benday in Minden wurde beauftragt, mit dem für die deutsche Studentenschaft federführenden studentischen Ausschuss in Bonn Kontakt aufzunehmen.
1899
Die „Deutschbund-Gemeinde“ Minden beauftragte Betriebsführer Küsgen und Postverwalter Bergmann, beide aus Porta, sich mit den Behörden im Amt Hausberge (gemeint waren hier Amtmann Coesfeld und Gemeindevorsteher Zetzener) in Verbindung zu setzen und eine Vorbesprechung bezüglich des Baus einer Bismarcksäule zu vereinbaren.
Bei der Vorbesprechung, die am 03.06.1899 stattfand, wurde Amtmann Coesfeld beauftragt, eine öffentliche Versammlung für alle Interessenten für den 29.07.1899 einzuberufen.
Bei dieser Versammlung im Hotel "Kaiser Friedrich" stellte Amtmann Coesfeld den preisgekrönten Bismarcksäulen-Entwurf von Architekt Wilhelm Kreis vor. Er regte an, diesen Entwurf für Porta Westfalica als begehbaren Aussichtsturm mit Feuerbecken zu errichten.
Die 37 anwesenden Bismarckverehrer aus Porta und Umgebung beschlossen nun den Bau eines Bismarckturmes und gründeten den "Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Jakobsberg in Hausberge". Vorsitzender dieses Ausschusses wurde Amtmann Coesfeld, stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer der praktische Arzt Dr. med. Eduard Braun. Rechnungsführer wurde Postverwalter Bergmann, stellvertretender Rechnungsführer Betriebsführer Küsgen und stellvertretender Schriftführer wurde Rendant Koch.
Der Ausschuss hatte die Aufgabe, alle notwendigen Vorarbeiten zur Errichtung der Säule durchzuführen und einen Spendenaufruf an die Bevölkerung zu veranlassen.
Für das geplante Bauwerk wurde von Regierungspräsident Alexander von Bischofshausen aus Minden, von Landrat Christoph Bosse aus Minden und vom Vorsitzenden des Provinziallandtages Alexander von Oheimb aus Holzhausen a.d. Porta mündlich Unterstützung bei dem Vorhaben zugesichert.
Als Bauplatz wählte der Ausschuss am 26.08.1899 die höchste Erhebung des Jakobsbergs (235,20 m über NN) wegen seiner guten Fernsicht und seiner hervorragenden Sichtbarkeit aus der Ferne aus. Die vorspringende Klippe des Jakobsberges wollte man für eventuell spätere Denkmalpläne nutzen [Anm.: Hier wurde später das Albert-Leo-Schlageter-Denkmal errichtet, heute: Aussichtspodest].
Auf dem gewählten Bauplatz der Bismarcksäule stand zu dieser Zeit noch der im Jahr 1889 errichtete hölzerne, aber bereits baufällige Aussichtsturm.
Kaufmann Ernst Krüger stellte für den geplanten Turm einen halben Morgen Land auf dem Jakobsberg unentgeltlich zur Verfügung. Amtmann Coesfeld erwarb im Auftrag des noch nicht rechtsfähigen Ausschusses auf seinen Namen noch weitere, daran angrenzende Grundstücke im Wert von 1.048 Mark.
Der Ausschuss veröffentlichte Ende September 1899 einen Aufruf mit 407 Namen bekannter Persönlichkeiten aus dem Kreis Minden, den Gebieten Minden-Ravensberg, Schaumburg-Lippe und der Grafschaft Schaumburg sowie aus weiteren Kreisen Westfalens und Hannovers, in dem um Spendenbeiträge für die geplante Bismarcksäule gebeten wurde.
Der Schützen-Verein Jakobsberg veranstaltete am 29.10.1899 ein Tanz-Kränzchen beim Gastwirt H. Fricke mit einem Preisschießen zugunsten der Bismarcksäule. Im Minden-Lübbecker Kreisblatt wurden ab Oktober 1899 vom Kassenführer des geschäftsführenden Ausschusses, Postverwalter Bergmann, mehrfach die Einzelspender aus Porta und Umgebung (MInden, Amt Lahde, Amt Hausberge, Amt Schlüsselburg, Bünde, Bielefeld, Amt Herford-Hiddenhausen, Gemeinde Barkhausen u.a.) sowie der aktuelle Gesamtspendenstand veröffentlicht.
In Minden, Hausberge und Umgegend wurden Sammelbüchsen für die geplante Bismarcksäule aufgestellt.
Schriftführer Dr. Braun meldete am 04.11.1899, fünf Wochen nach Sammlungsbeginn, den aktuellen Spendenstand von 6.020 Mark an 34 Zeitungen.
Am 05.12.1899 bereits 9.238 Mark an Spenden gesammelt worden.
1900
Am 05.01.1900 wurde das Bauvorhaben als gesichert gemeldet, da bereits Mitte Dezember 1899 der Baufonds auf über 10.000 Mark angewachsen war. Am 09.04.1900 lag die Spendensumme bereits bei 12.000 Mark, am 23.05.1900 bei über 13.000 Mark.
Zunächst war der Bau einer 20 m hohen Feuersäule nach dem Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis geplant. Architekt Kreis besichtigte den Bauplatz im Dezember 1900 und gab an, dass für eine reine Feuersäule ohne Aussichtsmöglichkeit mit 20 Meter Höhe ca. 35.000 Mark an Kosten anfallen würden. Bei der geplanten Höhe hätte man für den Bau der Bismarcksäule nach Architekt Kreis 1.130 m³ Mauerwerk benötigt.
Da dem Ausschuss diese Kosten als zu hoch erschienen, wurde Architekt Heinrich Hutze aus Barkhausen [*1853-†1913] beauftragt, einen neuen Entwurf für eine besteigbare Feuersäule zu entwerfen, welche maximal 24.000 Mark kosten und ein Volumen von ca. 500 m³ Mauerwerk haben sollte. Ideengeber der äußeren Form der Bismarcksäule war der Künstler Hermann Braun aus Hausberge, Bruder von Dr. Eduard Braun.
1901
Am 24.01.1901 lag die Spendensumme bei 15.146 Mark, zur geschätzten Bausumme fehlen noch ca. 3.000 Mark. Am 09.04.1901 bewilligte der Kreistag 3.000 Mark für die geplante Bismarcksäule. Anträge auf die Bewilligung von zunächst 5.000 Mark und anschließend 4.000 Mark für die Säule waren bei Abstimmungen in der Kreistagssitzung abgelehnt worden.
Nach Fertigstellung des neuen Bismarcksäulen-Entwurfs durch Architekt Hutze wurde die äußere Gestaltung vom stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses, Dr. Braun, favorisiert. Der Ausschuss wählte dann bei einer Abstimmung diesen Entwurf zur Ausführung aus.
Die Zeichnung des neuen Entwurfes wurde im November 1901 im Schaufenster von Herrn Volkening am Markt und im Schaufenster von Herrn Marowsky ausgestellt.
Für den Bau des Bismarckturmes wurde ein Grundstück von einer Größe von 3.500 m² genutzt.
Am 31.10.1901 wurden die "Arbeiten, Steingewinnung und Materiallieferungen" durch Architekt Hutze im Namen des Ausschusses öffentlich ausgeschrieben (Frist: 16.11.1901). Den Zuschlag erhielt Maurermeister W. Meier aus Lerbeck (Porta). Am 20. November 1901 wurde der Vertrag mit dem Maurermeister abgeschlossen. Im Bauvertrag verpflichtete sich dieser, dass der Grundstein der Säule am 01.04.1902 gelegt werden und die Fertigstellung am 01.01.1902 erfolgt sein muss.
Die Kompanien 1 und 4 des Hannoverschen Pionier-Bataillons Nr. 10 hatten zuvor den baufälligen hölzernen Aussichtsturm auf dem Baugrundstück demontiert. Zudem wurden Bäume gefällt, Steine beseitigt und der Bauplatz planiert. Nach der Einebnung lag der Bauplatz ca. 2 m tiefer.
Das gesamte Material für den Bau der Säule (Sandsteine, Bruchsteine und Sand) wurde den Steinbrüchen der Eisenbahn auf dem Jakobsberg entnommen. Die Eisenbahn überließ dem Ausschuss die Sandsteine für 20 Mark. Der Transport der Steine musste mittels einer Feldbahn erfolgen. Hierfür musste extra ein Gleis zum Bauplatz gelegt werden.
Die Gesamtkosten für die Säule betrugen 27.985 Mark, die eigentlichen Baukosten lagen bei 22.853 Mark. Die Differenz machten Grunderwerb, Einebnung des Bauplatzes und sonstige Kosten aus.
Die Herkunft der Spenden wurde vom Bismarckbund an der Porta Westfalica wie folgt gelistet:
- Stadt Minden (6.865 Mark)
- Amt Hausberge (7.785 Mark), davon Ort Hausberge (3.458 Mark), aus 15 anderen Gemeinden (3.330 Mark), Bewilligung der Amtsversammlung (1.000 Mark)
- Übriger Kreis Minden (2.820 Mark), davon Oyenhausen (723 Mark), Amt Rehme (180 Mark), Gemeinde Barkhausen (788 Mark), Amt Dützen und Amt Hartum (348 Mark), Stadt Petershagen (115 Mark), Amt Petershagen (260 Mark), Gemeinde Lahde (245 Mark), Amt Lahde (115 Mark), Amt Schlüsselburg (46 Mark)
- Bewilligung des Kreistages (3.800 Mark), aus allgemeinen Einnahmen des Kreises (90 Mark)
- aus den übrigen Kreisen von Minden-Ravensberg (2.020 Mark), davon Kreis Lübbecke (132 Mark), Kreis Herford (775 Mark), Kreis Bielefeld (730 Mark), Kreis Halle (65 Mark), Kreis Wiedenbrück (318 Mark)
- Fürstentum Schaumburg-Lippe (885 Mark)
- Kreis Rinteln (Grafschaft Schaumburg) (340 Mark)
- aus weiteren Kreisen (1.040 Mark), davon Regierungsbezirke Münster und Arnsberg (338 Mark), Provinz Hannover (210 Mark), aus Oldenburg, Holstein, den Hansestädten, Braunschweig und Lippe-Detmold (135 Mark), aus Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Schlesien (217 Mark), aus dem Rheinland, Hessen, Baden, Elsass und dem Ausland (140 Mark)
- Aus Zinsen der Amtssparkasse (1.330 Mark)
- aus allgemeiner Herkunft (Postkartenverkauf, Eintrittsgelder, Einweihungsfeier u.a.) (1.010 Mark)
Sachspenden in Form von Baumaterial spendeten die Zementwerke Porta und die Klinkerwerke in Dehme.
1902
Am 12.01.1902 wurde im "Rosenthal" ein Doppelkonzert zum Besten der Bismarcksäule durchgeführt. Im Februar 1902 spendete Rentner Hahn aus Gütersloh (vorher: Hausberge) 1.000 Mark für den geplanten Bau. Zuvor hatte er schon einmal 600 Mark gestiftet.
Am 01.04.1902 wurde der Verein „Bismarckbund an der Porta Westfalica“ unter Vorsitz von Dr. Eduard Braun gegründet, der am 08.05.1902 (Christi Himmelfahrt) rechtsfähig wurde. Dr. Braun wollte durch die Gründung des Bismarckbundes verhindern, dass die Säule nach Fertigstellung dem Amt, der Gemeinde Hausberge oder dem Kreises Minden übertragen wird. Für das Eigentum und die Unterhaltung der Säule sollte allein der Bismarckbund verantwortlich sein.
Der Verein hatte es sich satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an Bismarck wachzuhalten, die Bismarcksäule in Obhut zu nehmen und alljährlich Bismarck-Gedenkfeiern durchzuführen. Zweck des Vereins war auch, einen Zusammenschluss "aller deutsch-nationalen Vereine und Körperschaften" zu gründen. Jährlich sollten alle Mitglieder an den Bismarck-Gedenkfeiern an der Bismarcksäule zusammenkommen, um die nationalen Verbindungen zu stärken und ein Zusammenarbeiten "in anderen nationalen Fragen zu erleichtern".
An der Gründungsversammlung nahmen Mitglieder des Alldeutschen Verbandes, des Flottenvereins, der Kolonial-Gesellschaft, des Ostmarkenvereins, des Deutsch-Nationalen Gehilfenverbandes sowie Krieger- und Turnvereine des Gau Ravensberg teil. Der Vorstand des "Bismarckbundes an der Porta Westfalica" setzte sich aus zwölf Personen zusammen, darunter mehrere Mitglieder von Ortsgruppen des Alldeutschen Verbandes.
Der Baufonds war zum 01.04.1902 auf 21.400 Mark angewachsen.
In der Stadtverordnetensitzung der Stadt Minden vom 28.08.1902 wurde für die Bismarcksäule ein Beitrag von 2.000 Mark bewilligt. 900 Mark dieses Betrages sollten zweckgebunden für die Anschaffung des bronzenen Bismarck-Reliefs verwendet werden. Zudem sollte der Bestand der Säule durch einen Verband für alle Zeiten gewährleistet sein.
Das fertiggestellte Relief wurde im September 1902 im Hotel "Kaiser Friedrich" zur Besichtigung ausgestellt.
Bauarbeiten
Am 01.04.1902 um 17:00 Uhr erfolgte die Grundsteinlegung. Diese wurde im schlichten Rahmen (20 Personen) abgehalten, da die freie Fläche am geplanten Turm durch die Bauarbeiten beengt war. Die Grundmauern waren bereits angelegt worden.
Neben den Ausschussmitgliedern waren nur Mitglieder der Deutschbundgemeinden Minden und Herford sowie aus Bielefeld Postinspektor Heinecke und Katasterkontrolleur Voigt eingeladen. Die Weiherede hielt Amtsmann Coesfeld aus Hausberge. Der Grundstein wurde an der Südwestecke des Fundaments gelegt, er enthielt die Stiftungsurkunde, den Aufruf zur Errichtung der Bismarcksäule, Ansichtskarten, Zeitungen und 19 Münzen. Nach den obligatorischen drei Hammerschlägen auf den Grundstein (pro Teilnehmer) fand ein Festessen im Hotel "Kaiser Friedrich" in Porta statt.
Als Material wurde brauner Porta-Sandstein (Quader) aus den Eisenbahn-Brüchen des Jakobsbergs (letzter Steinbruch des Grottenplatzes in Richtung Bauplatz), auf halber Höhe des Südhangs gelegen, verwendet. Die Flächen des Turmschaftes und der Hintermauerung bestanden aus Bruchsteinen. Diese waren im gewählten Steinbruch reichlich vorhanden und waren z. T. auch durch die Einebnung des Bauplatzes gewonnen worden. Wasser wurde in einer 300-400 m entfernten Mulde an der Nordseite des Berges gewonnen.
Bauleiter war Heinrich Hutze aus Barkhausen, ausführender Maurermeister war die Fa. Meier aus Lerbeck sowie Steinhaumeister Reinecke aus Neesen.
Am 05.06.1902 hatte das Bauwerk ein Drittel seiner Größe erreicht, am 01.08.1902 war der Turm bereits 16,50 m hoch.
Ende August 1902 wurden von Architekt Hutze im Namen des geschäftsführenden Ausschusses folgende Arbeiten öffentlich ausgeschrieben (Frist: 03.09.1902):
- Eingangstür mit Beschlag
- eisernes Treppengeländer
- Einfriedigung des Platzes
Folgende Materialien wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt
- Eichenholz der Eingangstür von der Fa. Max Schütte aus Minden
- Fliesenbelag des Fußbodens der Fa. C. Wiegand aus Oeynhausen
- eine 1,50 m hohe Wandbekleidung (Treppenhaus innen) aus Verblendplatten der Verblendsteinwerke (ehemals Buckendahl) in Oeynhausen
- Terrazzofußboden der Aussichtsplattform von der Fa. Petruccu & Girolami in Hannover
- Abdeckung unterhalb des Feuerbeckens von Dachpappenfabrik H. Timmermann in Minden
Turmbeschreibung
Der 22,10 m hohe Aussichtsturm mit Befeuerungsvorrichtung wurde auf einer terrassenförmigen Anlage als Unterbau errichtet.
Der Aufbau des Turmes gliederte sich wie folgt:
- 2 m hoher Unterbau
- 4 m hoher Sockel
- 12,30 m hoher Turmschaft
- 3,80 m hoher Turmkopf inkl. Feuerbecken
Über eine Außentreppe mit 12 Stufen erreichte man das Eingangsportal der Säule.
Der Sockel der Säule hatte eine Grundfläche von ca. 52 m². Die Seitenlänge des Sockels betrug auf jeder Seite 7,20 m.
Oberhalb des 4 m hohen, dreifach gestuften Sockels erhob sich der eigentliche Turmschaft, der im unteren Bereich 6 m breit war und sich nach oben hin verjüngte. In Höhe von 18 m kragte das Bauwerk leicht aus.
Auf der Plattform erhob sich der eigentliche Turmkopf als Kreuzgewölbe mit einer Innenhöhe von bis zu 3,50 m, welcher auf jeder Seite eine 2,50 m breite Bogenöffnung aufwies. Auf dem Gewölbe ruhte in gut 21 m Höhe das von Architekt Heinrich Hutze verdickte Feuerbecken mit einem Durchmesser von 3 m aus Asbestzement. Zwecks Transports des Feuermaterials nach oben wiesen der Gewölbeabschluss und das Feuerbecken mittig ein Loch auf.
Der Zementbeton des Feuerbeckens wurde aus reinem Kies, Portlandzement und Asbestik [Anm.: pulverartiges Abfallprodukt bei Asbestherstellung] im Verhältnis von 3:1:2 hergestellt. Die äußeren Flächen erhielten einen 2,50 cm starken Verputz. Zwecks ausreichender Belüftung wurde das Feuerbecken mit 28 Löchern (je 3 cm Durchmesser) versehen. Die eigentliche Feuerpfanne ruhte auf acht Betonklötzen mit einem Abstand von 0,30 bis 0,50 m von der Abdeckung. Die Befeuerung der Säule erfolgte zunächst durch Pech.
Innen hatte die Säule eine Grundfläche von 4 m x 4 m, der Fußboden war mit gemusterten Tonfliesen belegt. Über eine freitragende Treppe mit insgesamt 82 Zementstufen erreichte man die Aussichtsplattform in 18,30 m Höhe. Die Treppenwände waren mit glasierten Verblendplatten verkleidet. Der Fußboden der Plattform war in Terrazzo ausgeführt.
Über dem Eingang war ein 1 m hohes Bismarckwappen aus Kupfer mit Spruchband „In trinitate robur“, darüber ein 1,30 m hohes Bismarck-Relief in Bronze (Kosten: 1.100 Mark) von Bildhauer Heinrich Wefing aus Berlin angebracht.
Die Hauptfront des Turmes und das Relief waren dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal zugewandt.
Turmgeschichte
1902
Die Einweihung der Bismarcksäule wurde am 18.10.1902 ab 16:00 Uhr mit zahlreichen Besuchern feierlich begangen. Anwesend waren u.a. Vertreter des Amtes und der Gemeinde Hausberge, der Stadt und des Kreises Minden und der umliegenden Ortschaften, das Mindener Offizierkorps sowie 40 Fahnenabordnungen von Vereinen und studentischen Verbindungen. Auf dem Festplatz wurde eine Tribüne errichtet.
Die Begrüßungsansprache hielt Amtmann Coesfeld, anschließend wurde das Bismarck-Relief enthüllt. Die Festrede hielt Pastor Graeve aus Minden. Im Anschluss wurde um 17:00 Uhr das Feuer auf dem Turmkopf erstmals entzündet. Der Festkommers fand ab 18:30 Uhr im "Kaiserhof" in Barkhausen statt. Auf diesen Kommers wurden Spenden zur Deckung des Fehlbetrages zum Bau der Säule gesammelt.
Mit der ersten Befeuerung mit Pech war man aufgrund der großen Rauchentwicklung, der schlechten Sichtbarkeit der Flamme und der kurzen Dauer (zwanzig Minuten) nicht zufrieden.
Ab dem 19.10.1902 war die Säule zunächst jeden Tag ab 14:00 Uhr geöffnet.
Nach Beschluss des geschäftsführenden Ausschusses vom 10.11.1902 sollte die Säule in das Eigentums des "Bismarckbundes an der Porta Westfalica" gegeben werden.
Ab dem 12.11.1902 wurde das Bauwerk in den Wintermonaten mittwochs und sonntags ab 14:00 Uhr geöffnet.
1903
Im Februar 1903 fehlten noch 1.250 Mark zur Begleichung der Gesamtkosten der Bismarcksäule. Der geschäftsführende Ausschuss bat die Bevölkerung erneut um Spenden. Der Kreistag bewilligte in der Sitzung am 26. März 1903 eine weitere Geldspende in Höhe von 800 Mark, die zuvor von Amtmann Coesfeld beantragt worden war.
Mitte März 1903 wurde in Zeitungsanzeigen vom geschäftsführenden Ausschuss ein "Wärter für die Bismarcksäule" gesucht.
Am 31.03.1903 veranstalteten die Mindener Bismarck-Verehrer einen Bismarck-Kommers in der Weißen Halle der Tonhalle.
Am 01.04.1903 fand an der Bismarcksäule eine "kleine Bismarckfeier" des Bismarckbundes an der Porta Westfalica statt (die große öffentliche Feier sollte am 21.06. stattfinden), bei der abends um 20:00 Uhr die Säule befeuert wurde. Die Befeuerung wurde mittels 9 Zentner einer Pechmischung (Illuminationspech der Fa. Karl Netz aus Jena) durchgeführt. Die Pechmasse hatte man diesmal nicht direkt auf den Rost, sondern in der flachen Zementschale auf Sand aufgeschichtet. Die dreifache Menge Pech brannte mehr als 7 Mal so lange wie das Jahr zuvor, insgesamt 2,5 Stunden. Die Kosten der Befeuerung betrugen 50 Mark. Die Wirkung der ca. 2 m hohen Flammen wurde durch rotes und grünes bengalisches Licht von der Plattform verstärkt. Die Beflammung konnte vom Bismarckturm in Bad Salzuflen gesehen werden.
Am 12.06.1903 übertrug der Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule das Eigentum (Bismarcksäule inkl. Innen-Einrichtung sowie das Grundstück) endgültig dem am 01.04.1902 neugegründeten "Bismarckbund an der Porta Westfalica".
Eine große Bismarckgedenkfeier wurde zur Sommersonnenwende am 21.06.1903 nach Einladung des Bismarckbundes abgehalten. Um 16:00 Uhr startete die Gedenkfeier am Turm, um 17:00 Uhr fand ein patriotisches Konzert im Garten des Kaiserhofes statt und um 20:00 Uhr begann der allgemeine Festkommers (mit Damen) im großen Saal des Kaiserhofs. Um 22:00 Uhr wurde das Feuerbecken auf der Säule entzündet, anschließend wurde der Festkommers fortgesetzt. Auf der Wiese gegenüber des Kaiserhofs wurde ebenfalls ein Bismarck-Feuer entzündet. Mehrere Hundert Bismarckbegeisterte nahmen an der Veranstaltung teil. Bereits am 18.12.1902 wurde in einer Amtsversammlung in Hausberge beschlossen, im Falle einer Auflösung des Vereins die Unterhaltung der Säule zu übernehmen.
1904
Ab dem 22.03.1904 wurde die Bismarcksäule jeden Mittwoch und an Sonn- und Feiertagen ab 14:00 Uhr geöffnet. Die Bismarckgedenkfeier fand am Ostermontag, 04.04.1904 ab 20:00 Uhr im großen Saal des Hotels "Kaiser Friedrich" statt. Die Befeuerung des Turmes um 22:00 Uhr wurde durch Sturm und Regen gestört, obwohl das Feuer trotz des Wetters "hoch und hell aufloderte". Nur etwa 80 Personen versammelten sich auf dem Hausberger Marktplatz, um die Befeuerung anzusehen.
Die große Bismarckfeier fand wie im Vorjahr zur Sommersonnenwende, am 19.06.1904, statt. Der Ablauf der Veranstaltung mit Befeuerung um 22:00 Uhr war inhaltsgleich mit der Gedenkfeier des Vorjahres.
Zuvor fand die Jahreshauptversammlung des Bismarckbundes im Hotel "Kaiser Friedrich" statt. Der Jahresbetrag für Mitglieder wurde auf eine Mark angesetzt. Jedes Mitglied hatte nach Zahlung des Betrages freien Eintritt in die Bismarcksäule.
Im Jahr 1904 wurde das Bauwerk von 10.000 Besuchern bestiegen.
1905
Am 01.04.1905 fand - wie in den Jahren 1903 und 1904 - eine Bismarckgedenkfeier im Hotel "Kaiser Friedrich" mit Befeuerung der Säule um 22:00 Uhr statt.
Im Mai 1905 wurde an der Bismarcksäule eine Erfrischungshalle eingerichtet. Ab dem 17.05.1905 wurde die Säule werktäglich ab 13:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ab 08:00 Uhr geöffnet.
Am 25.06.1905 um 15:30 Uhr fand die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica statt. Es wurde berichtet, dass die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Postkartenverkauf 1.957,57 Mark betrugen (Ausgaben: 1.463 Mark).
Vom 06.10.-08.10.1905 fand - auf Einladung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica - die 4. Tagung des Deutschen Bismarckbundes im Kaiserhof Porta statt. Am 07.10.1905 um 19:00 Uhr wurde die Bismarcksäule beflammt, um 20:00 Uhr fand der Festkommers mit Kaiserhof in Porta statt.
Ab November 1905 war die Bismarcksäule für Besucher geschlossen (Winterpause).
1906
Im Januar 1906 wurden dem Bismarckbund vom Finanzminister von Rheinbaben 152 Mark Schenkungsstempel (Steuern) zurückerstattet. Diese Steuer war für die finanzielle Beteiligung (Schenkung) des Kreises in Höhe von 3.800 Mark angefallen. Der zurückgezahlte Betrag wurde vom Bismarckbund an der Porta Westfalica an den Verein zur Errichtung einer Bismarcksäule im Kreis Tecklenburg (Bismarckturm Tecklenburg) überwiesen.
Ab dem 19.03.1906 wurde die Bismarcksäule jeweils mittwochs sowie an Sonn- und Feiertagen ab 13:00 Uhr geöffnet.
Am 01.04.1906 um 17:00 Uhr fand die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica im Hotel "Kaiser Friedrich" in Hausberge statt. Es wurde berichtet, dass die Einnahmen im Jahr 1905 insgesamt 1.805 Mark betrugen, die Ausgaben (Turmwärter, Befeuerung, Tagung des Deutschen Bismarckbundes) 1.435 Mark. Das Höhenfeuer auf der Säule wurde am 01.04.1906, verstärkt durch bengalisches Rotfeuer, um 20:15 Uhr entzündet.
Ab dem 06.06.1906 wurde das Bauwerk täglich ab 07:00 Uhr für Besucher geöffnet.
Am 24.06.1906 wurde die Sonnenwende an der Bismarcksäule gefeiert. Dazu hatten sich um 16:30 Uhr Bismarckverehrer, Vertreter der höheren Verwaltungsbehörden, Vertreter des Offizierkorps, Burschenschaftler und Besucher aus Minden und Umgebung eingefunden. Um 19:30 Uhr startete der Festkommers im "Kaiserhof", um 22:00 Uhr wurde die Bismarcksäule beflammt.
Am 14.08.1906 fand eine Gefechtsübung des Infanterie-Regimentes Nr. 15 auf dem Jakobsberg statt. An der Bismarcksäule wurde ein Soldatenlieder-Wettkampf durchgeführt, die Sieger erhielten ein Kaiserbild.
1907
Die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica fand am 01.04.1907 (Ostermontag) um 17:00 Uhr im Hotel "Kaiser Friedrich" statt. Zuvor wurde um 15:15 Uhr gemeinsam die Bismarcksäule bestiegen. In der Hauptversammlung wurde die Finanzlage des Bundes dargestellt (Einnahmen: 1.954,45 Mark, Ausgaben: 1.597,82 Mark). Auf der Ausgabenseite standen u.a. 235 Mark für den Wärterlohn, 400 Mark für die Sonnenwendfeier und 138 Mark für die Höhenfeuer. Es wurde beschlossen, einen Reparaturfonds für die Säule einzurichten, in den 50 Mark eingezahlt wurden. Weiterhin sollten auf dem Platz vor der Säule sechs Bänke und zwei Tische angeschafft werden. Der Festkommers soll nur noch alle zwei Jahre stattfinden, dafür soll die Feier an der Bismarcksäule "reicher ausgestaltet" werden.
Nach dem Bismarck-Kommers im Hotel "Kaiser Friedrich" wurde um 20:00 Uhr das Feuer auf der Bismarcksäule entzündet, welches erneut durch bengalisches Rotfeuer verstärkt wurde.
Am 09.05.1907 wurde die Gaststätte "Jakobsburg" an der Bismarcksäule als Ersatz für die provisorische Erfrischungshalle eröffnet.
Am 23.06.1907 fand die alljährliche Sonnenwendfeier statt. Mehrere Tausend Besucher nahmen am nachmittäglichen Festakt an der Bismarcksäule teil. Posaunenchöre aus den umliegenden Ortschaften, der Mindener Männgesangsverein sowie Kriegervereine aus der Umgebung nahmen am Festakt teil. Abends fand der Festkommers im Hotel "Kaiserhof" statt. Um 22:00 Uhr wurde das Höhenfeuer auf der Bismarcksäule entzündet.
Die Gaststätte "Jakobsburg" wurde am 22.09.1907 wegen Umbauarbeiten (bis Mai 1908) geschlossen.
Am 27.10.1907 wurde die Bismarcksäule für Besucher geschlossen (Winterpause).
1908
Am 01.04.1908 legte der Vorstand des Bismarckbundes an der Porta Westfalica "im treuen Gedenken an den Altreichskanzler" einen Eichenkranz an der Bismarcksäule nieder.
Um 17:00 Uhr startete die Hauptversammlung des Bundes im Hotel "Kaiser Friedrich". Es wurde berichtet, dass eine Haftpflicht-Versicherung sowie eine Versicherung gegen Flugfeuerschäden abgeschlossen wurden. Die Einnahmen betrugen im Jahr 1907 insgesamt 1.617 Mark, die Ausgaben 1.163 Mark. Dem Reparaturfonds wurden 100 Mark zugeführt. Anlässlich des 10. Todestages von Otto von Bismarck sollte auf eine größere Feier zur Sonnenwende verzichtet werden, dafür soll am Sterbetag (30.07.) eine Veranstaltung durchgeführt werden.
Um 20:00 Uhr wurde das Höhenfeuer auf der Bismarcksäule entzündet.
Am 21.05.1908 öffnete die Gaststätte "Jakobsburg" nach erfolgten Umbauarbeiten wieder.
Am 21.06.1908 ab 16:00 Uhr wurde die Sonnenwende im Rahmen einer "Bismarck-Gedenkfeier" an der Bismarcksäule gefeiert. Der sonst übliche Kommers entfiel. Um 22:00 Uhr erfolgte das Höhenfeuer auf der Säule, erneut verstärkt durch bengalische Befeuerung.
Die Gedenkfeier anlässlich des 10. Todestages von Otto von Bismarck wurde am 30.07.1908 ab 16:00 Uhr an der Säule durchgeführt. Ein Eichenkranz mit schwarz-weiß-roter Schleife wurde am Fuß der Säule abgelegt.
Am 01.10.1908 wurde das Bauwerk nur noch nachmittags geöffnet, am 01.11.1908 wurde die übliche Winter-Besucherpause eingelegt.
1909
Am 01.04.1909 wurde, nach der Hauptversammlung des Bismarckbundes im Hotel "Kaiser Friedrich", ein Eichenkranz am Fuße der Säule niedergelegt. In der Versammlung wurde mitgeteilt, dass die Einnahmen durch Eintrittsgelder im Geschäftsjahr 580 Mark betrugen. Zusätzlich waren Einnahmen in Höhe von 265 Mark durch den Verkauf von Ansichtskarten erzielt worden.
In den Abendstunden wurde die Bismarcksäule befeuert.
Ab dem 10.04.1909 wurde die Säule nachmittags mittwochs, sonntags und an Feiertagen geöffnet, die Gaststätte "Jakobsburg" öffnete wenige Tage später. Ausflügler konnten ab sofort ein "Zimmer mit Pension zu mäßigen Preisen" mieten.
Ab dem 07.05.1909 wurde die Bismarcksäule täglich geöffnet.
Am 27.06.1909. wurde die Bismarck-Gedenkfeier mit Festkommers im großen Saal des Kaiserhofes durchgeführt. Um 16:00 Uhr startete die Feier mit einer Feier an der Bismarcksäule (Festrede: Pastor Rüter aus Hartum), um 16:30 Uhr fand ein Konzert im Kaiserhof statt. Der allgemeine Festkommers mit Damen begann um 20:00 Uhr im großen Saal des Kaiserhofs, um 22:00 Uhr wurde das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
Anfang November 1909 wurde die Bismarcksäule für Besucher geschlossen (Winterpause).
1910
Im Jahr 1910 wurde die Bismarcksäule nach der Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica in den Abendstunden des 01.04. befeuert.
Am 26.06.1910 wurde eine "kleine" Bismarck-Gedenkfeier ohne Festkommers an der Säule durchgeführt, die Festrede hielt der Prorektor der Oberrealschule Minden, Dr. Wilhelm Lorey aus Minden. Um 21:45 Uhr wurde das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
Ende Oktober 1910 erfolgte die übliche Schließung der Säule (Winterpause).
1911
Die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica fand am 01.04.1911 um 17:00 Uhr im Hotel "Kaiser Friedrich" statt. Zuvor, ab 15:15 Uhr, gab es die Möglichkeit für alle dreißig Teilnehmer der Versammlung, die Bismarcksäule zu besteigen. Am Fuße des Bauwerks wurde ein "Erinnerungskranz" abgelegt.
Auf der Hauptversammlung wurde angegeben, dass im Jahr 1910 insgesamt 1.612 Mark Einnahmen zu verzeichnen waren, die Ausgaben betrugen 1.276 Mark. Der Reparaturfonds wurde auf 615 Mark aufgestockt. Abends wurde erneut das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
Die "große" Bismarck-Gedenkfeier inkl. Festkommers mit Damen im Kaiserhof wurde am 25.06.1911 durchgeführt. Die Befeuerung der Säule erfolgte um 22:00 Uhr.
Mitte November 1911 wurde das Bauwerk für Besucher geschlossen (Winterpause). Die angrenzende Gaststätte "Jakobsburg" blieb erstmals den ganzen Winter geöffnet.
1912
Am 01.04.1912 fand die alljährliche Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica statt. An der anschließenden Feier nahm erstmals Mitglieder des Jungdeutschland-Bundes [Anm.: Dachorganisation bürgerlicher Jugendverbände zur Wehrerziehung der deutschen Jugend], Ortsgruppe Minden, teil.
Die "Jungdeutschland-Rekruten" wanderten mit den "Klängen von zwei Abteilungen Spielleuten" vom Kasernenhof der Marienwallstraße zur Bismarcksäule. Angeführt wurden die Rekruten "hoch zu Ross" von Oberleutnant Gregorovius und Oberleutnant Clemens. Schüler, Lehrer und Mitglieder des Turnvereins schlossen sich dem Zug an, der nach zwei Stunden das Ziel erreicht hatte. An der Säule folgten Reden und Lieder, zudem wurden Kaffee und Kuchen gereicht. Gegen 17:30 Uhr wurde das Feuer auf der Bismarcksäule entzündet. Auf dem Rückweg zum Kasernenhof wurden an alle Teilnehmer Fackeln ausgegeben und entzündet.
Am 23.06.1912 um 16:30 Uhr wurde die "kleine" Bismarck-Gedenkfeier ohne Festkommers an der Bismarcksäule durchgeführt. Die Festrede hielt Dr. Rothstein, Direktor des Lyzeums und Oberlyzeums zu Minden. Neben Kriegervereinen, Gesangsvereinen und Posaunenchor nahmen auch Mitglieder des Jungdeutschland-Bundes an der Feier teil.
1913
Die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica wurde auch im Jahr 1913 am 01.04. ab 17:00 Uhr im Hotel "Kaiser Friedrich" durchgeführt. Zuvor war vom Vorsitzenden des Bismarckbundes ein Lorbeerkranz mit schwarz-weißer Schleife am Fuß der Säule abgelegt worden. Einen zweiten Kranz hatte Oberst z.D. von Redden, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 15 in Minden gestiftet.
Auf der Hauptversammlung wurde berichtet, dass die Einnahmen im Jahr 1912 insgesamt 1.747,49 Mark, die Ausgaben 1.318,96 Mark betrugen. Zudem wurde beschlossen, dass in den Jahren 1913 und 1915 zur Sommersonnenwende keine großen Bismarck-Gedenkfeier mit Festkommers durchgeführt werden. In den Abendstunden des 01.04. wurde erneut das Feuer auf der Säule entzündet.
Am 22.06.1913 um 16:30 Uhr wurde die "kleine" Bismarck-Gedenkfeier an der Bismarcksäule durchgeführt. Festredner war Pastor Graeve aus Minden. Mitglieder des Jungdeutschland-Bundes hatten sich um 13:30 Uhr auf dem Kasernenhof versammelt und wanderten von dort aus zur Gedenkfeier an der Bismarcksäule. Die Gedenkfeier endete um 18:00 Uhr, in den Abendstunden wurde das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
Anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht bei Leipzig beschloss der Bismarckbund an der Porta Westfalica, die Bismarcksäule zu beflammen. In den Abendstunden des 18.10.1913 wurde das Höhenfeuer auf der Bismarcksäule entzündet, welches durch bengalisches Licht verstärkt wurde. Auch das auf dem gegenüberliegenden Berg stehende Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde "mit roten und weißen Lichtern" beleuchtet. Aufgrund von Nebel war die Befeuerung der Bismarcksäule aus der Ferne schlecht zu erkennen
Im Jahr 1913 unterstützte der Bismarckbund den deutschen Reichskanzler mit einem freiwilligen Betrag von 300 Mark für die "Wehrvorlage". Weiterhin wurde der Deutsche Wehrverein sowie der Jungdeutschland-Bund mit "namhaften Beträgen" finanziell unterstützt. Für die "Überschwemmten an der Ostsee" wurden 100 Mark gespendet.
Weiterhin wurde beschlossen, für das Bismarckdenkmal in Lahde einen 60 Zentner schweren Findlings-Baustein zu stiften (wurde im Jahr 1914 durchgeführt).
1914
Im Hotel "Kaiser Friedrich" fand am 01.04.1914 um 16:00 Uhr traditionell die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica statt. Zuvor erfolgte um 14:30 Uhr das gemeinsame Besteigen der Plattform der Bismarcksäule. Der Vorsitzende legte einen Kranz am Fuße des Bauwerks ab. Im Geschäftsbericht wurde in der Versammlung mitgeteilt, dass die Einnahmen im Jahr 1913 insgesamt 2.063 Mark, die Ausgaben 1.662 Mark betrugen. Dem Reparaturfonds wurden 250 Mark zugeführt (Gesamtbestand: 1.380 Mark).
Es wurde beschlossen, ein Grundstück nahe der Bismarcksäule zu erwerben, um dort eine Bismarckeiche zu pflanzen. Die nächsten Hauptversammlungen sollten ab 1915 jeweils an einem Sonntag um den 01. April durchgeführt werden, um die Teilnehmeranzahl der Mitglieder zu erhöhen. Zudem wurden Sammellisten für das geplante Bismarck-Nationaldenkmal bei Bingen [Anm.: Denkmal wurde nie errichtet] ausgegeben.
In den Abendstunden wurde das alljährliche Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
Zur Bismarckfeier am 21.06.1914 um 16:30 Uhr lud der Bismarckbund an der Porta Westfalica "alle Bismarckverehrer in Stadt und Land" ein. Bei der Eröffnung der Gedenkfeier begrüßte der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Nahrwold, die Anwesenden. Erstmals war auf der Kuppel der Säule eine schwarz-weiß-rote Fahne auf einer 12 m hohen Fahnenstange gehisst worden. Die Festrede hielt Pastor Kortmann aus Häverstädt. In den Abendstunden wurde das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
1915
Die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica fand am 31.03.1915 um 15:30 Uhr im Hotel "Kaiser Friedrich" statt. Es wurde mitgeteilt, dass aufgrund des einsetzenden Krieges 1.200 Mark auf der Kasse des Bundes für "vaterländische Zwecke" gespendet werden. 600 Mark erhielt das Rote Kreuz, weitere 600 Mark sollten nach Beschluss in dieser Hauptversammlung an Verwundete oder Hinterbliebene gespendet werden.
Die Einnahmen im Jahr 1915 betrugen 1.783,16 Mark, die Ausgaben 1.530,17 Mark.
Aufgrund des Krieges verzichtete der Bismarckbund an der Porta Westfalica am 01. April 1915 auf die traditionelle Bismarck-Gedenkfeier. Anlässlich des 100. Geburtstages des Altreichskanzlers Otto von Bismarck wurde vormittags ein Kranz an der Säule abgelegt. Auch die Stadtverordneten und der Magistrat legten einen Kranz zur Ehren Bismarcks ab. Um 20:00 Uhr wurde das Höhenfeuer auf der Bismarcksäule entzündet.
Am 20.06.1915 ab 16:30 Uhr veranstaltete der Bismarckbund an der Porta Westfalica eine große Bismarckfeier an der Bismarcksäule auf dem Jakobsberg. Die Begrüßungsansprache hielt Rechtsanwalt von Borries aus Minden, die Festrede hielt Pastor Graeve aus Minden auf den Stufen der Säule. Am Fuße der Säule wurden mehrere Kränze abgelegt.
1916
Am 03.04.1916 fand die nächste Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica im Hotel "Kaiser Friedrich" statt. Im Geschäftsbericht wurden als Einnahmen 1.629 Mark, als Ausgaben 1.364 Mark genannt. Die Zahl der Mitglieder betrug in diesem Jahr 208, die Jahresmitgliedschaft kostete nach wie vor 1 Mark.
Die jährliche Bismarck-Gedenkfeier zur Sonnenwende wurde am 25.06.1916 ab 16:00 Uhr an der Bismarcksäule durchgeführt. Die Festrede hielt Reichstagsabgeordneter Pastor Meier aus Herford. Vom "Verein ehemaliger 15er" wurde ein Kranz an der Säule abgelegt.
In den Abendstunden wurde die Säule mit bengalischem Rotfeuer befeuert.
1917
Vor der alljährlichen Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica im Hotel "Kaiser Friedrich" am 01.04.1917 um 17:00 Uhr wurde von den Teilnehmern ein Kranz an der Bismarcksäule abgelegt. In der Versammlung wurde mitgeteilt, dass die Säule ab sofort jeden Sonntag geöffnet wird. Die Einnahmen im Jahr 1916 lagen laut Geschäftsbericht 1.768 Mark, die Ausgaben bei 1.304 Mark. Die Zahl der Einzelmitglieder war leicht auf 196 gesunken. Es wurde in der Versammlung beschlossen, 400 Mark an die Kriegsanleihe zu geben. Aufgrund von Brennstoffmangel wurde die Säule in den Abendstunden nur bengalisch beleuchtet.
Die alljährliche Bismarckgedenkfeier zur Sonnenwende fand im Jahr 1917 am 24.06. ab 16:00 Uhr statt. Die Festrede hielt Pastor Wolf aus Bergkirchen. Die Musik stellte das 1. Ersatzbat. Infanterie-Regiment Nr. 15. Fabrikdirektor begrüßte zunächst die Festversammlung, besonders die Ehrengäste und Vereinsabordnungen, u.a. der Kriegerverein der Glasfabrik Westfalica und die Ruderriege des Realgymnasiums aus Nienburg. Nach Abschluss der Gedenkfeier betraten viele Teilnehmer die mit Fahnen geschmückte Bismarcksäule.
1918
Wie auch in den Jahren zuvor wurde die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica am 01.04. im Hotel "Kaiser Friedrich" durchgeführt. Um 15:00 Uhr legten die Teilnehmer einen Kranz an der Bismarcksäule ab, um 17:00 Uhr begann die Versammlung. Zunächst wurden die gefallenen Mitglieder im Jahresbericht geehrt. Laut Geschäftsbericht hatte der Bund im Jahr 1917 insgesamt 195 Einzel-Mitglieder, die Einnahmen betrugen 2.336 Mark, die Ausgaben 1.713 Mark. 300 Mark aus dem Vermögen des Bundes wurden nach erfolgtem Beschluss an die Kriegsanleihe gegeben.
Die Gedenkfeier zur Sonnenwende fand am 23.06.1918 "in hergebrachter Weise" statt.
1919
Die Bismarck-Gedenkfeier zur Sommersonnenwende fand am 22.06.1919 statt, an der mehrere Hundert Bismarck-Verehrer teilnahmen. Die Festrede hielt Landtagsabgeordneter Pfarrer Koch aus Bad Oeynhausen, der "vernichtende Kritik" am Friedensvertrag und am ehemaligen Ministerpräsidenten Scheidemann äußerte.
Am 31.08.1919 um 18:00 Uhr kam es zu einem schweren Waldbrand auf dem Jakobsberg in der Nähe der Bismarcksäule, welcher durch die Feuerwehr gelöscht werden konnte. Anfang November 1919 wurde das Restaurant "Zur Jakobsburg" verkauft. Aufgrund der "Kohlenot" nach dem Krieg wurden ab November 1919 etwa 60 Morgen Wald gerodet. Das Holz wurde an eine Firma aus Hannover verkauft.
1920
Ende April 1920 waren die Rodungsarbeiten nahe der Bismarcksäule beendet.
Am 20.06.1920 wurde die alljährliche Bismarck-Gedenkfeier zur Sommersonnenwende durchgeführt. Die Festrede hielt Lyzialdirektor Dr. Rothstein aus Minden. Der musikalische Rahmen der Feier erfolgte durch den Posaunenchor von Holzhausen II.
1921-1924
Am 24.06.1923 ab 16:00 Uhr wurde eine Bismarck-Gedenkfeier zur Sommersonnenwende an der Säule durchgeführt.
Befeuerungen bis zum 01.04.1924 sind nicht überliefert.
Die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica fand im Jahre 1924 am 01.04. um 16:00 Uhr in der Jakobsburg statt. An der Bismarcksäule wurden zwei Kränze, einer davon vom Jungdeutschland-Bund, abgelegt.
Im Geschäfts- und Kassenbericht wurde die Geldentwertung der Hyperinflation thematisiert. Dem Besitzer eines 9.000 m² großen Grundstücks östlich der Säule wurde dieses für 500 Mark abgekauft. Der Kauf wurde durch Anteilsscheine von je 10 Mark finanziert. Das neue Grundstück sollte nach Einebnung und Umgestaltung als Turn- und Spielplatz genutzt werden.
Im Mai 1924 wurde das zugekaufte Grundstück vermessen.
Am 22.06.1924 um 16:00 Uhr fand zur Sommersonnenwende die Bismarck-Gedenkfeier an der Bismarcksäule statt. Hier gab es die Gelegenheit, die Anteilsscheine für den Turn- und Spielplatz zu erwerben. Reichstagsabgeordneter Treviranus hielt die Festrede. Mehrere Tausend Besucher nahmen an der Veranstaltung teil.
In den Abendstunden wurde das Höhenfeuer auf der Säule entzündet.
1925
Die nächste Hauptversamlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica wurde am 01.04.1925 um 16:00 Uhr in der Jakobsburg durchgeführt. Zuvor legte der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Nahrwold, am Fuße der Säule einen Kranz mit schwarz-weiß-roter Schleife ab. Der Vaterländische Frauenverein Porta stiftete ebenfalls einen Kranz zu Ehren Bismarcks. Anschließend besichtigten alle Teilnehmer der Versammlung das neuerworbene Grundstück.
Im Geschäftsbericht der Hauptversammlung wurde berichtet, dass sich der Bund wirtschaftlich erholt hat. Die meisten Anteilsscheine konnten verkauft werden. Es wurde beschlossen, dass die diesjährige Sonnenwendfeier am 21.06.1925 durchgeführt wird. Zum 110. Geburtstag des Altreichskanzlers sollte die Veranstaltung erstmals wieder mit einem Festkommers durchgeführt werden. Alle Vaterländischen Vereine und Verbände sollten zu dieser Großveranstaltung eingeladen werden.
Nach Ende der Hauptversammlung wurde um 20:00 Uhr das Höhenfeuer auf der Säule entzündet. Das Brennmaterial hatte die Firma H. Timmermann aus Minden (Dachpappen- und Teerprodukte) kostenlos zur Verfügung gestellt.
Am 21.06.2025 um 15:30 Uhr wurde die Bismarck-Gedenkfeier an der Säule durchgeführt [Anm.: Der geplante Festkommers ist nicht überliefert]. Die Festrede hielt Rektor Blume aus Melsungen. Abends wurde das Höhenfeuer auf der Bismarcksäule entzündet.
Im Herbst 1925 wurde das neu erworbene Grundstück mit Sträuchern und Bäume bepflanzt. Die Südseite des neuen Grundstücks wurde mit einer "Hecke von wilden Rosen" eingefriedet.
Das im Jahr 1919 abgeholzte Grundstück östlich der Bismarcksäule wurde im Herbst 1925 vom Forstfiskus aufgeforstet.
1926
Am 26.03.1926 feierte die Bruderschaft "Porta Westfalica" des Jungdeutschen Ordens ab 20:30 Uhr aus Anlass des bevorstehenden Geburtstages von Otto von Bismarck im Saal der Jakobsburg ihren "Bruderkonvent". Abends fand ein "Umzug" zur Bismarcksäule statt, vor der ein Holzstoß entflammt wurde.
Am 01.04. sowie am 27.06.1926 (Bismarck-Gedenkfeier) wurden das Feuerbecken der Bismarcksäule entzündet. Die Firma H. Timmermann spendete erneut das Material für die Beflammung der Säule. Der Festredner am 27.06.1916 war Dr. Wolfgang Medenwaldt aus Bad Salzuflen.
1927
Am 01.04.1927 um 16:00 Uhr fand die Hauptversammlung des Bismarckbundes an der Porta Westfalica in der Jakobsburg statt. Zuvor trafen sich wenige Teilnehmer an der Säule, um an das 25jährige Jubiläum der Grundsteinlegung zu erinnern. Fabrikdirektor Borchard hielt diesbezüglich eine Ansprache und legte am Fuß der Säule einen Kranz nieder.
In der Hauptversammlung gedachte man zunächst den Verstorbenen. Im Geschäftsbericht wurde mitgeteilt, dass die Mitgliederzahl um 86 Neumitglieder auf 293 gestiegen ist. Im Jahr 1926 konnten Einnahmen von 1.156,36 Mark verzeichnet werden, die Ausgaben betrugen 1.120,40 Mark. Eine Anleiheschuld in Höhe von 1.250 Mark sollte bis zum Jahr 1930 getilgt werden.
Die Bismarck-Gedenkfeier zur Sonnenwende fand am 26.06.1927 ab 15:30 Uhr statt.
Am 21.08.1927 veranstaltete die Junggefolgschaften der Bruderschaft "Porta Westfalica" (Jungdeutscher Orden) ihren Sporttag nahe der Bismarcksäule. Nach den Wettkämpfen wurde in der Gaststätte "Jakobsburg" ein Deutscher Abend gefeiert. Anschließend wurde die Bismarcksäule bengalisch beleuchtet.
Zum 25. Jubiläum der Bismarcksäulen-Einweihung am 18.10.1927 wurden im Rahmen einer Gedenkfeier an der Säule drei Eichen gepflanzt und das Höhenfeuer entzündet. Die Gedenkrede hielt Amtsrentmeister Koch aus Hausberge, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Bismarckbundes an der Porta Westfalica.
1928-1939
Beflammt wurde die Bismarcksäule bis 1939 am 01.04. (Bismarcks Geburtstag) sowie zur Sommer-Sonnenwende (nicht für jedes Jahr sind Befeuerungen dokumentiert).
Im Jahr 1939 wurde eine Flugwache der deutschen Luftwaffe untergebracht. Unterhalb der Säule wurde ein bunkerähnlicher Bau für die Unterbringung des militärischen Wachpersonals errichtet. Die Aussichtsplattform wurde für Besucher gesperrt.
1940-1952
Der Bismarckturm überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt.
Die Bundespost trat 1950 an den Bismarckbund heran, um die Säule für die Zwecke der Fernmeldetechnik mitbenutzen zu dürfen. Nach kurzer Zeit wurde festgestellt, dass eine Mitbenutzung der Bundespost aufgrund der technischen Erfordernisse nicht ausreichte. Eine Erhöhung des Turmes war wegen der nicht ausreichenden Fundamenttiefe nicht möglich. Darum wurden von der Bundespost Verhandlungen geführt, um einen neuen Fernsehturm bauen zu lassen und die Bismarcksäule abzureißen.
Am 17.07.1952 verkaufte der Bismarck-Bund die Bismarcksäule für 50.000 DM an die Bundespost. Doch er setzte vertraglich durch, dass die Bundespost eine Aussichtskanzel und einen Bismarckgedenkraum im Fernmeldeturm, in Höhe der Bismarcksäule, anlegen musste.
Die Bismarcksäule wurde zwischen Juli und Dezember 1952 abgetragen.
1953-heute
Der Bismarckgedenkraum wurde am 01.04.1953 im neugebauten 40 m hohen Fernmeldeturm eröffnet. Da die Bundespost den Turm in den folgenden Jahren zeitweise für Besucher sperrte, kam es zum Rechtsstreit zwischen Bundespost und Bismarckbund und am 28.09.1970 zu einem Urteil des OLG Hamm zugunsten des "Bismarckbundes an der Porta Westfalica".
Im Jahr 1975 wurde dieser Fernmeldeturm zugunsten eines neuen und größeren Fernmeldeturms (Fernsehturmes) abgerissen. Trotz Protesten seitens der Bundespost veranlasste der Bismarck-Bund wieder eine jedermann zugängliche Aussichtskanzel und einen Bismarck-Gedenkraum im Turm. Den Betrag von 25.000 DM, den der Bismarckbund durch den Grundstücksverkauf erwirtschaftete, steckte er in den Bau von Wanderwegen inkl. Beschilderung und Ruhebänken.
Der neue Fernmeldeturm, der im Volksmund "Langer Jakob" genannt wird und 1979 eröffnet wurde, hat eine Höhe von 142 m. Die Aussichtskanzel mit Bismarckgedenkraum befindet sich auf einer Höhe von 23 m. Im Gedenkraum werden u.a. das Bismarck-Relief der abgebrochenen Bismarcksäule und andere Bismarck-Ehrungen aufbewahrt und ausgestellt.
Anlässlich des 100. Geburtstags des Bismarckbundes und der Einweihung der ehemaligen Bismarcksäule wurde vom "Bismarckbund an der Porta Westfalica e.V." am 18. Oktober 2002 eine Jubiläumsfeier ausgerichtet.
Das Bismarck-Zimmer wurde in den Jahren 2019-2020 renoviert, kurz darauf wurde dort eine Ausstellung eröffnet.
Öffnungszeiten Bismarckgedenkraum im neuen Fernmeldeturm (Stand: Juli 2026)
Der Turm ist jedes Jahr von Karfreitag bis zum 01. November geöffnet. Die Aussichtskanzel kann an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen bei guter Wetterlage zwischen 10:00 und 18:00 Uhr bestiegen werden.
Weitere Informationen und Führungen über Uwe Jahnz (Tel.: 0571/710351, E-Mail: bismarck (at) jahnz.de). Sonderführungen für Gruppen ab zehn Personen sind nach vorheriger Anmeldung möglich.
Links
Koordinaten und Kartenmaterial
Bismarckbund an der Porta Westfalica e.V.
Quellen
- Seele, Sieglinde: "Lexikon der Bismarck-Denkmäler", Imhof-Verlag Petersberg, 2005, S. 313-314
- Seele, Sieglinde; Mannheim (Archiv Seele): BISMARCK-TURM a. d. PORTA WESTFALICA (Nordrhein-Westfalen)
- von Bismarck, Valentin: Bismarck-Feuersäulen u. Türme (unveröffentlichtes Manuskript); Nr. 79 "Bismarck-Feuersäule an der Porta-Westfalica", 1900-1915, 1937 (im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn)
- Ehrhardt, Max: "Bismarck im Denkmal des In- und Auslandes", Thüringische Verlags-Anstalt Eisenach-Leipzig, 1903: 2. Teil, Nr. 82 „Die Bismarck-Säule an der Porta Westfalica“
- Stadtarchiv Weißenfels: Akte A II 10 745: Schreiben von Dr. Braun des geschäftsführenden Ausschusses zur Errichtung der Bismarcksäule vom 01.08.1902
- Schreiben des Bismarckbundes an der Porta Westfalica e.V. vom 27.08.1994
- BISMARCKBUND PORTA WESTFALICA: „Von der Bismarcksäule zum Fernsehturm“, Heimatkundliche Schrift (Broschüre) vom 01.04.1998
- Becker, Franz: "Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Bismarck-Säule: Denkmalkonkurrenz an der Porta Westfalica" in Westfälische Zeitschrift, 149. Band 1999, Bonifatius Verlag Paderborn, S. 423-439
- Gräfe, Thomas: "Tourismusförderung oder nationalistische Kultstätten? - Die Bismarcktürme in Vlotho und Porta Westfalica 1902-1952" in Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 2019, S. 212-237
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes: 1. Jahrgang 1902/03 (Nr. 1, S. 15/16; Nr. 2, S. 2); 3. Jahrgang 1905 (Nr. 3, S. 3/4; Nr. 11, S. 11); 4. Jahrgang 1906 (Nr. 4, S. 62; Nr. 5, S. 79); 7. Jahrgang 1909 (Nr. 5, S. 78-79); 9. Jahrgang 1911 (Nr. 7, S. 133); 10. Jahrgang 1912 (Nr. 4/5, S. 59-60); 11. Jahrgang 1913 (Nr. 3, S. 38; Nr. 4, S. 54-55; Nr. 6/7, S. 93), 12. Jahrgang 1914 (Nr. 4/5, S. 48-49)
- Mindener Zeitung: 28.12.1898; 14.06.1899; 31.07.1899; 17.03.1900; 03.04.1901; 12.05.1902; 13.05.1902; 16.05.1902; 10.09.1902; 17.10.1902; 21.10.1902; 03.11.1902; 17.02.1903; 19.03.1903; 27.03.1903; 30.03.1903; 22.06.1903; 06.04.1904; 17.10.1904; 15.05.1905; 10.10.1905; 23.06.1906; 25.06.1906; 22.03.1907; 02.04.1907; 17.06.1907; 24.06.1907; 24.07.1907; 25.09.1907; 22.04.1908; 22.06.1908; 30.07.1908; 01.08.1908; 01.06.1909; 24.06.1909; 25.03.1911; 28.03.1911; 04.04.1911; 07.06.1911; 27.06.1911; 02.04.1912; 22.06.1912; 25.06.1912; 26.06.1912; 23.07.1912; 18.06.1913; 23.06.1913; 01.09.1913; 22.10.1913; 20.06.1914; 31.03.1915; 01.04.1915; 03.04.1915; 07.06.1915; 15.06.1915; 21.06.1915; 14.09.1915; 20.06.1916; 26.06.1916; 03.09.1919; 05.11.1919; 03.05.1920; 23.06.1920; 21.06.1923; 23.06.1923; 03.03.1924; 17.05.1924; 18.06.1924; 02.03.1925; 07.04.1925; 18.06.1925; 25.06.1925; 20.11.1925; 29.03.1926; 17.06.1926; 23.06.1926; 01.03.1927; 02.04.1927; 24.06.1927; 22.08.1927; 22.10.1927; 16.05.1928; 30.03.1929; 17.06.1929; 24.06.1929; 21.11.1929; 31.12.1929; 01.02.1930; 01.03.1930; 28.03.1930; 20.06.1930; 24.06.1930; 07.08.1930; 01.04.1931; 16.06.1931; 20.06.1931; 22.06.1931; 05.03.1932; 26.03.1932; 02.04.1932; 13.06.1932; 15.06.1932; 20.06.1932; 30.11.1932; 25.03.1933; 01.04.1933; 03.06.1933; 20.06.1933; 22.06.1933; 26.06.1933; 23.08.1933; 21.03.1934; 23.03.1934; 21.04.1934; 07.06.1934; 13.06.1934; 25.06.1934; 19.07.1934; 03.04.1935; 16.04.1935; 01.07.1935; 06.06.1936; 27.03.1937; 12.06.1937; 17.06.1937; 21.06.1937; 15.09.1937; 25.09.1937; 24.06.1938; 27.06.1938; 20.12.1938; 04.04.1939; 19.06.1939; 12.08.1939
- Rheinisch-Westfälische Zeitung: 11.06.1899
- Westfälische Zeitung: 16.06.1899; 31.07.1899; 28.09.1899; 09.10.1899; 08.01.1900; 17.02.1900; 09.04.1900; 23.05.1900; 25.01.1901; 09.11.1901; 22.11.1901; 14.02.1902; 03.04.1902; 07.05.1902; 15.05.1902; 02.08.1902; 29.08.1902; 06.09.1902; 20.09.1902; 20.10.1902; 16.03.1903; 21.03.1903; 24.06.1903; 07.04.1904; 27.06.1905; 03.04.1906; 26.06.1906; 03.04.1907; 22.06.1908; 04.04.1914; 23.06.1914; 27.06.1916; 03.04.1917; 25.06.1919; 23.06.1920; 05.04.1924; 19.06.1924; 22.10.1927; 24.06.1930; 22.06.1937
- Akademische Blätter, Zeitschrift des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutsche Studenten: 14. Jg. (Nr. 8 vom 16.07.1899, S. 117); 15. Jg. (Nr. 12 vom 16.09.1900, S. 185)
- Minden-Lübbecker Kreisblatt: 31.07.1899; 23.08.1899; 30.09.1899; 07.10.1899; 16.10.1899; 23.10.1899; 27.10.1899; 30.10.1899; 07.11.1899; 14.11.1899; 27.11.1899; 05.12.1899; 16.12.1899; 05.01.1900; 20.01.1900; 12.03.1900; 17.03.1900; 12.04.1900; 17.04.1900; 23.05.1900; 16.06.1900; 30.07.1900; 19.12.1900; 21.01.1901; 02.04.1901; 03.04.1901; 02.11.1901; 07.11.1901; 19.11.1901; 04.01.1902; 09.01.1902; 14.02.1902; 05.07.1902; 31.07.1902; 01.08.1902; 28.08.1902; 01.09.1902; 06.09.1902; 18.09.1902; 26.09.1902; 06.10.1902; 14.10.1902; 17.10.1902; 18.10.1902; 20.10.1902; 01.11.1902; 12.11.1902; 14.11.1902; 15.11.1902; 18.02.1903; 18.03.1903; 19.03.1903; 27.03.1903; 02.04.1903; 06.04.1903; 13.06.1903; 13.07.1903; 17.03.1904; 29.03.1904; 14.06.1904; 16.06.1904; 17.06.1904; 21.06.1904; 22.06.1904; 07.07.1904; 27.09.1904; 15.10.1904; 24.03.1905; 30.03.1905; 10.05.1905; 18.05.1905; 19.06.1905; 27.06.1905; 30.09.1905; 05.10.1905; 10.10.1905; 11.10.1905; 01.11.1905; 10.03.1906; 20.03.1906; 26.03.1906; 29.03.1906; 03.04.1906; 06.06.1906; 08.06.1906; 16.06.1906; 20.06.1906; 23.06.1906; 27.06.1906; 17.08.1906; 26.03.1907; 27.03.1907; 03.04.1907; 08.05.1907; 18.06.1907; 22.06.1907; 17.09.1907; 29.10.1907; 04.04.1908; 21.04.1908; 18.05.1908; 16.06.1908; 17.06.1908; 19.06.1908; 23.06.1908; 24.06.1908; 28.07.1908; 02.10.1908; 29.10.1908; 15.03.1909; 10.04.1909; 13.04.1909; 19.04.1909; 07.05.1909; 29.05.1909; 23.06.1909; 26.06.1909; 30.06.1909; 06.11.1909; 18.06.1910, 29.06.1910; 01.11.1910; 17.06.1911; 28.06.1911; 15.11.1911; 19.12.1911; 15.06.1912; 25.06.1912; 02.04.1913; 14.06.1913; 24.06.1913; 01.09.1913; 08.10.1913; 10.03.1914; 28.03.1914; 03.04.1914; 04.04.1914; 10.06.1914; 23.06.1914; 06.07.1914; 13.03.1915; 03.04.1915; 07.06.1915; 11.06.1915; 19.06.1915; 21.06.1915; 22.06.1915; 05.04.1916; 20.06.1916; 26.06.1916; 27.06.1916; 31.03.1917; 03.04.1917; 11.06.1917; 12.06.1917; 23.06.1917; 26.06.1917; 30.03.1918; 03.04.1918
- Dortmunder Zeitung: 29.08.1899
- Berliner Börsenzeitung: 01.10.1899
- Rahdener Wochenblatt: 11.11.1899; 20.12.1899; 18.04.1900; 26.05.1900; 23.01.1901; 13.11.1901; 23.11.1901; 19.02.1902; 14.05.1902; 02.08.1902; 03.09.1902; 10.09.1902; 24.09.1902; 11.10.1902; 14.02.1903; 25.03.1903; 17.06.1903; 27.06.1903; 18.06.1904; 22.06.1904; 11.10.1905; 13.06.1906; 05.03.1907; 04.04.1907; 22.06.1907; 27.06.1907; 25.06.1908; 25.03.1911; 06.04.1911; 13.06.1911; 17.06.1913; 11.10.1913; 25.06.1914; 06.04.1918; 08.11.1919; 31.05.1924; 21.06.1924; 20.04.1933; 04.04.1934; 28.09.1937
- Rhein- und Ruhrzeitung: 10.04.1901
- Alldeutsche Blätter: Nr. 18 vom 03.05.1902, S. 156; Nr. 25 vom 21.06.1902, S. 221
- Kölnische Zeitung: 09.05.1902; 11.11.1902; 22.06.1915
- Bielefelder General-Anzeiger: 11.06.1902; 21.05.1904
- Bünder Tageblatt: 09.06.1902
- Aachener Allgemeine Zeitung: 17.06.1903
- Annener Zeitung: 19.06.1936
- Mindener Tageblatt: 21.03.2000; 17.05.2002; 10.10.2002; 16.04.2003
Fotograf (Gedenkzimmer)
Ralph Männchen, Dresden (Oktober 2012)
Übersichtskarte Standort Bismarckturm
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Bildergalerie ehemalige Bismarcksäule Porta Westfalica
Ansichtskartenmotive: Bismarckturm-Archiv Jörg Bielefeld, Leverkusen
Fotografien: Jörg Bielefeld, Leverkusen, ansonsten siehe jeweiliges Foto (Erlaubnis des Fotografen)
















