Bismarckturm-Planung Hamburg
Ein nicht realisiertes Bismarckturm-Projekt
Auf dem heutigen Gebiet von Hamburg wurden ein Aussichtsturm in einen Bismarckturm umbenannt. Ein geplanter Bismarckturm wurde im folgenden Ortsteil von Hamburg nie realisiert:
- Hamburg-Poppenbüttel
Nähere Angaben zum Bismarckturm-Projekt in Hamburg
Bismarck-Gedenk-Turm in Poppenbüttel
1. Planung Bismarckturm Hamburg-Poppenbüttel
Im Dezember 1903 kam im Alsterverein in Poppenbüttel der Gedanke auf, auf dem höchsten Punkt des Alstertals einen Bismarckturm zu errichten. Zu diesem Zweck wurde das Komitee zur Errichtung eines Bismarck-Gedenk-Turmes im Alstertal gegründet.
Im Frühjahr 1904 erklärte sich die örtliche Gemeindeversammlung bereit, den Bauplatz für den geplanten Turm auf der Anhöhe nördlich der Alsterbrücke kostenlos an das Komitee abzugeben. Ein weiteres angrenzendes Flurstück, welches im Eigentum von Gutsbesitzer Henneberg war, spendete dieser dem Bismarckturm-Komitee. In Poppenbüttel und den umliegenden Gemeinden wurde für dieses Projekt gespendet, u.a. in Bernstedt, Volksdorf und Hummelsbüttel.
Viele, überwiegend wohlhabende (männliche) Bürger sowie bekannte Firmen wie Blohm & Voss aus der Umgebung unterstützen dieses Projekt mit Spenden. Bis zum 01. Juli 1904 war der Baufonds bereits auf 4.121,73 Mark angewachsen. Geplant wurde ein ca. 20 m hoher Aussichtsturm aus Granit, auf dem eine Feuervorrichtung für jährliche Bismarck-Feuer angebracht werden sollte. Die Gesamtkosten wurden auf 30.000 Mark geschätzt, eine Grundsteinlegung war bereits für den 01.04.1905 vorgesehen.
Im Herbst 1905 wurden weitere Spenden gesammelt, der Turm sollte "auf einer 70 Fuß hohen Anhöhe an dem Weg nach Sasel" errichtet werden.
Anfang 1911 lag die Gesamtsumme des Baufonds "nach Abzug der erheblichen Unkosten" und trotz Zinsen der Geldanlage immer noch bei gut 4.000 Mark. Baumaterial war dem Komitee von Bismarck-Verehrern geschenkt worden. Da die Spendenbereitschaft versiegte, beschloss das Komitee, bis zum Bismarck-Jahr 1915 (100. Geburtstag von Otto von Bismarck) zu warten, um einen erneuten Aufruf zu starten.
Anfang 1913 lag der Baufonds bei genau 4.307,44 Mark.
Die am 11.03.1912 gegründete Alstertal-Terrain-Actien-Gesellschaft (Atag) erwarb die Gutsflächen der Grundbesitzer in Poppenbüttel, Wellingsbüttel und Sasel, um diese zu Baugrundstücken aufzusiedeln. Die Atag hatte auch den Bauplatz des geplanten Bismarck-Gedenk-Turmes aufgekauft. Der Alsterverein verlangte, dass der für den Turm geplante Bauplatz (Parzelle 3) dem Alsterverein auf Verlangen jederzeit überlassen werden müsste.
Das Komitee übergab daraufhin Ende 1912 die weitere Planung und die Geldsammlungen an den Alsterverein, der das Projekt weiterverfolgen wollte.
Der Bismarck-Gedenk-Turm in Poppenbüttel wurde nie gebaut.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 2, S. 3; Nr. 6, S. 3, Nr. 9, S. 2), Jg. 1905 (Nr. 2, S. 5; Nr. 11, S. 11); Jg. 1911 (Nr. 1, S. 10; Nr. 11; S. 202), Jg. 1913 (Nr. 2, S. 25)
- Hamburger Anzeiger vom 01.11.1912; 05.12.1913;
- Hamburger Nachrichten vom 18.05.1904; 19.06.1904 (Aufruf); 14.12.1912;
- Hamburgischer Correspondent vom 12.02.1913;
- Neue Hamburger Zeitung vom 19.12.1903; 20.06.1904 (Aufruf), 21.06.1904; 02.07.1904 (Aufruf)
Kleine Bildauswahl geplanter Bismarckturm in Hamburg

Aufruf f. d. Erbauung eines Bismarck-Gedenk-Turmes im Alstertal Teil 1

Aufruf f. d. Erbauung eines Bismarck-Gedenk-Turmes im Alstertal Teil 2
