Bismarckturm-Planungen Saarland
Sieben nicht realisierte Bismarckturm-Projekte
Auf dem heutigen Gebiet des Saarlandes wurde kein Bismarckturm errichtet. Sieben geplante Bismarcktürme wurden nie realisiert.
In folgenden Orten sollten die Bauwerke gebaut werden:
- Friedrichsthal (Saar)-Bildstock
- Merzig
- Neunkirchen
- Neunkirchen-Wiebelskirchen
- Saarbrücken
- Saarlouis
- St. Ingbert
Nähere Angaben zu den Bismarckturm-Projekten im Saarland
Von Bildstock bis Wiebelskirchen
1. Planung Bismarcksäule Friedrichsthal (Saar)-Bildstock
Am 26.03.1904 beschlossen Bismarck-Verehrer, eine Bismarcksäule auf dem Hoferkopf in Bildstock zu errichten. Das Bauprojekt wurde nie realisiert, erst im Jahr 1931 wurde auf dem Hoferkopf ein Aussichtsturm (Hoferkopfturm) errichtet, der 1972 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Im Jahr 1994 wurde an dieser Stelle vom Technischen Hilfswerk ein hölzerner Aussichtsturm (erneut Hoferkopfturm genannt) errichtet, der 2014 abgerissen wurde.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 9, S. 2)
- Schreiben der Stadt Friedrichsthal (W. Cornelius) vom 13.03.1995
___
2. Planung Bismarckturm Merzig
Auf dem Kieselberg, oberhalb der Heilanstalt, wollten Bismarck-Verehrer Anfang 1911, einen Bismarckturm errichten. Am 02.02.1911 wurde in der Merziger Zeitung ein Aufruf zur Errichtung eines Bismarckturmes zwecks Sammlung von Spendenbeiträgen veröffentlicht. Bürgermeister Thiel begründete das Vorhaben vor dem Stadtrat und forderte, dass die Stadt Merzig "Trägerin des Projekts" werde. Der Stadtrat stimmte - mit einer Gegenstimme - zu, verlangte aber, dass die erforderlichen Geldmittel durch Spenden gewonnen werden müssten.
Nach Verhandlungen mit der Gemeinde Besseringen (Eigentümerin des Kieselberges) erklärten sich Vertreter dieser Gemeinde am 19.09.1911 unter mehreren Bedingungen bereit, drei Morgen Waldland für den Bau des Bismarckturms abzugeben. Bismarck-Gegner wie der Besseringer Pfarrer Peter Krayer versuchten, durch Ankauf des Geländes auf dem Kieselberg den Bau eines Bismarckturms zu verhindern.
Redakteur Franz Joseph Maenner der Merziger Volkszeitung bekämpfte im Frühjahr 1911 durch Veröffentlichung von Artikeln das Vorhaben Bismarckturm, griff Bürgermeister Thiel persönlich an und warf ihm u.a. "eigenmächtiges Vorgehen", "unversöhnlichen, ohnmächtigen, blindwütigen Haß" und eine "unchristliche Gesinnung" vor. Redakteur Maenner wurde im April 1911 von der zuständigen Strafkammer in Trier wegen "schwerer Beleidigung des Bürgermeisters" zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt.
Im Februar 1913 wollte Bürgermeister Thiel (Merzig), ermächtigt vom Stadtrat, ein 5-6 Morgen großes Gelände auf dem Kieselberg anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Wilhelm II. und der "hundertsten Wiederkehr der Zeit der Befreiungskriege" zum Zwecke des "Naturgenusse der Bevölkerung" erwerben. Die Gemeinde Besseringen wollte diesem Vorhaben zustimmen, forderte aber für das Grundstück einen hohen Betrag und machte zur Auflage, dass dort kein Bismarckturm errichtet werden dürfe.
Bürgermeister und Stadtrat waren verärgert über diese Bedingungen und gaben an, dass sie ihre Unterstützung für den Plan eines Bismarckturmes "vollständig freiwillig" aufgegeben hätten. Den Bismarck-Verehrern in Merzig sei empfohlen worden, statt eines Bismarckturmes eine "Vaterländische Erinnerungshalle" zu bauen.
Die Bismarck-Verehrer in Merzig hielten an ihrem Vorhaben weiter fest. Bis Juli 1915 wurden von ihnen rund 13.000 Mark für ihr Vorhaben gesammelt. Die für den 01.04.1915 geplante Grundsteinlegung konnte wegen des einsetzenden Ersten Weltkrieges nicht durchgeführt werden.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1911 (Nr. 5, S. 92)
- Aachener Anzeiger vom 29.04.1911
- Kölnische Zeitung vom 27.04.1911; 12.04.1912
- Kleinmanns, Joachim: "Schau ins Land - Aussichtstürme", Jonas-Verlag Marburg, 1999
- Schreiben der Kreisstadt Merzig (Stadtoberinspektor Schreiner) vom 13.05.1987
- Schreiben des Vereins für Heimatkunde e.V. Merzig (Franz Schmidt) vom 18.05.1987
- Laubenthal, Wilhelm: "Die Stadt Merzig und ihr Ehrenbürger Bismarck", S. 25-27 (keine weiteren Angaben zur Publikation vorhanden)
___
3. Planung Bismarckturm Neunkirchen
Der Verschönerungsverein Neunkirchen plante seit 1905 die Errichtung eines Bismarckturmes, welcher auf der Spieser Höhe (366 m über NN) errichtet werden sollte. Bis 1912 war der Baufonds für den Bismarckturm durch Spenden auf 8.000 Mark angewachsen. Der Verschönerungsverein plante, den Bismarckturm anlässlich des 100. Geburtstages von Otto von Bismarck am 01.04.1915 im Rahmen einer patriotischen Feier einzuweihen. Bei der Jahreshauptversammlung des Verschönerungsvereins am 12.04.1913 im Gasthaus Rettig kam es zu starken Differenzen, als der Vorsitzende, Bürgermeister Ludwig, als Alternative zu einem Bismarckturm einen Bismarckpark mit Bismarck-Gedenkstein direkt im Ort vorschlug. Dazu wollte Bürgermeister Ludwig den Schlossgarten ("Irrgarten") des ehemaligen Barockschlosses wiederherstellen.
In der Versammlung kam es wegen dieses Punktes zum heftigen Streit, in dessen Verlauf Bürgermeister Ludwig den Vorsitz niederlegte. Unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden beschloss man den Bau des Bismarckturmes.
Ende 1913 lag der Baufonds bei 14.573 Mark. Nach längeren Verhandlungen konnte der Verschönerungsverein unentgeltlich ein Grundstück auf der Spieser Höhe für den geplanten Turm von der Fa. Gebr. Stumme (Eisenwerk) erhalten.
Nun wurde ein Wettbewerb mit drei Preisen ausgeschrieben, um einen geeigneten Turm-Entwurf zu erhalten.
Den Wettbewerb gewann der Saarbrücker Architekt Dipl. Ing. Alfred Wedemeyer. Der 24,80 m hohe Turm mit aufgesetzter Feuerschale sollte eine Grundfläche von 9,90 m x 9,90 m haben und aus Bruchsteinen aus Landstuhler Steinbrüchen errichtet werden. Die Baukosten wurden mit 23.260 Mark veranschlagt. Sechs Baufirmen wurden angeschrieben, das kostengünstigste Angebot kam von der Firma Heinrich Cronau, die auch den Zuschlag erhielt (Kosten in Höhe von 20.235 Mark).
Im Frühjahr 1914 starteten der Erdaushub und die Fundamentierungsarbeiten auf der Spieser Höhe. Aufgrund des einsetzenden Ersten Weltkrieges wurden die meisten Arbeiter zum Kriegsdienst eingezogen, sodass die geplante Grundsteinlegung am 01.08.1914 nicht durchgeführt werden konnte.
Bauunternehmer Cronau reichte eine Rechnung der bisher durchgeführten Arbeiten in Höhe von 2.368 Mark ein, der Verschönerungsverein zahlte zunächst eine Abschlagssumme von 1.724 Mark. Der Landstuhler Steinbruch legte eine Rechnung von 2.500 Mark für die Werksteine vor. Diese Zahlung wurde abgelehnt, da die Steine zum überwiegenden Teil noch in Landstuhl lagerten. Dies führte bis Januar 1922 zu einem Zahlungsstreit mit den Steinbrüchen.
Quellen
- Schreiben der Kreisstadt Neunkirchen (Herr Paulus) vom 05.06.1987
- Krajewski, Bernhard: "Heimatkundliche Plaudereien", Nr. 6, S. 23-25 ("Streit um den Bismarckturm")
___
4. Planung Bismarckturm Neunkirchen-Wiebelskirchen
Im Frühjahr 1905 wurde in Wiebelskirchen im Kreis Ottweiler ein Bismarckturm-Komitee gebildet, um in Wiebelskirchen einen Bismarckturm zu errichten. Ein Grundstock für den Turmbau wurde bei einem Bismarck-Kommers am 01.04.1905 gesammelt.
Bis Mitte 1915 wurden lediglich 267,27 Mark für dieses Projekt gesammelt, zu wenig für die Realisierung eines Bismarckturmes.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 7, S. 5; Nr. 8, S. 10)
- Kleinmanns, Joachim: "Schau ins Land - Aussichtstürme", Jonas-Verlag Marburg, 1999
___
5. Planung Bismarckturm Saarbrücken
Im Dezember 1903 plante der örtliche Verschönerungsverein den Bau eines Bismarckturmes auf der Kuppe des Reppersberges. Zuvor hatte Dr. Carl Röchling vom nationalliberalen Wahlvereins 10.000 Mark für die "Erbauung eines Bismarckturmes" gestiftet. Rechtsanwalt Lanser vom nationalliberalen Wahlverein rief daraufhin mehrere Vereine (Bismarckclub, beide Verschönerungsvereine von Saarbrücken und den Verkehrsverein) zu einer Versammlung zusammen, um das Bauprojekt mit Hilfe dieser Vereine realisieren zu können. Zur Vorbereitung des Baus wurde ein Ausschuss aus je drei Delegierten jedes Vereins gebildet. Zunächst wurde die Platzfrage diskutiert. Es wurden die Vor- und Nachteile der Standorte Reppersberg, Schwarzenberg, Kaninchenberg und Winterberg diskutiert. Dr. Röchling hatte seine Spende von seinem favorisierten Standort des Turmes (Reppersberg) abhängig. Nun wurde der Geh. Baurat Hoffmann aus Darmstadt beauftragt, ein Gutachten über den bestmöglichen Bauplatz zu erstellen. Dieser überprüfte die genannten Standorte vom Turm des St. Johann-Rathauses. Alle Punkte (außer der Schwarzenberg) konnten von dort aus gut gesehen werden, auf dem Schwarzenberg wurden zwecks guter Erkennbarkeit mehrere hohe Bäume mit Flaggen versehen. Anschließend wurde auch die Aussicht von den jeweiligen Anhöhen geprüft. In der anschließenden Sitzung des Arbeitsausschusses entschied sich Geheimrat Hoffmann "merkwürdigerweise für den so heftig bekämpften Reppersberg". Ausschlaggebend für diese Wahl war die leichte Erreichbarkeit. Er schlug ein 20-25 m hohes, massives und quadratisches Bauwerk vor.
Der Verschönerungsverein St. Johann und der Architektenverein priorisierten weiterhin den Schwarzenberg als Turmstandort.
Geheimrat Hilgers spendete im Sommer 1905 2.000 Mark für die Errichtung des Turmes.
Die erforderlichen Grundstücke für den Standort auf dem Reppersberg wurden seitens der Stadt erworben. Der Grundstein für den Turm sollte Ende März 1907 beim Bundestag der deutschen Bismarck-Vereinigungen in Saarbrücken gelegt werden.
Ende 1908/Anfang 1909 erstellte man die ersten Vor-Entwürfe und Zeichnungen für das künftige Bauwerk.
Bis Mai 1911 ruhte das Bauvorhaben. In der Generalversammlung des Verschönerungsvereins von St. Johann am 08.05.1911 wurde das Thema erneut aufgegriffen und diskutiert. Anschließend schrieb man einen Brief an den Oberbürgermeister Emil Mangold (*1867-†1945), der seit 1909 im Amt war. H. Willing, Vorsitzender des Verschönerungsvereins St. Johann, bat ihn, "die Sache in die Hand zu nehmen und sie wieder aus dem Schlafe [zu] erwecken". Es kam zu Gesprächen am 20.05.1911 und 11.06.1911, in denen man sich einigte, wegen des geplanten National-Denkmals für Bismarck in Bingen die Sache in Saarbrücken vorerst ruhen zu lassen [Anm.: Für das Nationaldenkmal in Bingen wurden landesweit Spendensammlungen durchgeführt].
Im Jahr 1913 war der Verschönerungsverein in Sachen Bismarckturm weiterhin aktiv und gab in der Sitzung Anfang 1913 an, die Vorarbeiten für den Bismarckturm abgeschlossen zu haben. Es sollte ein Entwurfs-Wettbewerb durchgeführt werden, die Ausschreibung sollte in den lokalen Zeitungen erfolgen. Die Gesamtbaukosten für den Turm wurden auf maximal 50.000 Mark festgelegt. Dem Preisgericht sollten "neun Herren" angehören, u.a. H. Willing (Verschönerungsverein St. Johann) und der Landrat v. Miquel zu Saarbrücken. Man bat Oberbürgermeister Mangold ebenfalls, diesem Preisgericht beizuwohnen. Der Oberbürgermeister machte seine Zusage davon abhängig, dass man sich auf den Aufstellort des Turmes einigte.
Im Juli 1913 konnten sich alle Beteiligten auf den Reppersberg als Standort verständigen. Die Kuppe wollte der Bismarckclub der Getreuen zu Saarbrücken von der Stadt Saarbrücken, die die Kuppe zuvor erworben hatte, kaufen.
Im Jahr 1917 gab es mehrere schriftliche Anfragen des Bismarckclubs an Oberbürgermeister Mangold, in denen der Bauplatz Petersberg und Nußberg genannt wurde. Der Stadtverordneten-Versammlung wurde seitens des Bismarckclubs am 30.05.1917 empfohlen, sich mit dem Standort Petersberg einverstanden zu erklären.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 2, S. 3; Nr. 6, S. 3), Jg. 1905 (Nr. 8, S. 10), Jg. 1909 (Nr. 1, S. 17)
- Emscher Zeitung vom 19.12.1903
- Aachener Allgemeine Zeitung vom 03.03.1904
- Kölnische Zeitung vom 10.07.1906; 07.09.1906
- Kleinmanns, Joachim: "Schau ins Land - Aussichtstürme", Jonas-Verlag Marburg, 1999
- Schreiben des Stadtarchivs der Landeshauptstadt Saarbrücken (Dr. Jacoby) vom 26.05.1987 u. 10.06.1987 sowie 19.10.1994 (Herr Schmitt)
- Stadtarchiv Saarbrücken, Bestand Großstadt 5496, Volumen I (Akten Abteilung Bismarck betreffend, Errichtung eines Bismarck-Turmes auf dem Reppersberg)
___
6. Planung Bismarckturm Saarlouis
Der Stadtrat der Stadt Saarlouis unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Kohlen regte am 12.01.1911 den Bau eines Bismarckturmes "auf der Höhe des in das Saartal vorspringenden Limberges bei Wallerfangen" an. Das Bauwerk sollte als Aussichtsturm errichtet werden, der Stadtrat stellte für das Vorhaben 3.000 Mark zur Verfügung. Dazu wurde eine Kommission ernannt, die weitere Spendenmittel zu diesem Zweck sammeln sollte. Die Baukosten für den Bismarckturm wurden auf 15.000 Mark geschätzt.
Dieses Projekt führte im "Kreise der katholischen Bürgerschaft" zu "Unruhe und Schmerz", da - nach Ansicht eines Leserbriefes in der Saarzeitung vom 17.11.1911, die "religiösen Gefühle" der katholischen Mehrheit der Bevölkerung verletzt wurden.
Daraufhin wurde in der Stadtratssitzung im Dezember 1911 der Beschluss zur Errichtung eines Bismarckturms auf dem Limberg wieder zurückgenommen. Als Begründung für diese Umkehr wurde in der Saarzeitung angegeben, dass die Voraussetzungen für diesen Beschluss nicht gegeben gewesen seien, es habe sich um "sehr unsichere Versprechungen von auswärtiger liberaler Seite (Dillinger Hütte)" ohne finanzielle Grundlage gehandelt. Konkret ging es hier um den Baugrund und die Wegführung auf den Limberg, die nach Ansicht der Kritiker vor dem ersten "übereiligen" Beschluss noch nicht verhandelt waren.
Von den Befürwortern des Bismarckturmes wurde in der nächsten Stadtratsitzung am 08.01.1912 der Artikel der Saarzeitung stark kritisiert, da dieser Informationen aus einer geheimen Sitzung enthielt und Bürgermeister Dr. Kohlen schon vor der Stadtrat-Sitzung im Dezember 1911 gegenüber dem Kreisausschuss geäußert habe, dass er "die Errichtung des Bismarckturmes auf dem Limberg nicht weiter forcieren, sondern abwarten wolle, ob die Zukunft nicht eine bessere Aussicht für das Projekt bieten würde".
Im Juni 1914 gab es weitere Bemühungen für den Bau des Bismarckturms, im Saarlouiser Journal erschien am 20.06.1914 ein "Aufruf zur Erbauung eines Bismarckturmes im Kreises Saarlouis auf dem Limberg". 115 Personen hatten diesen Aufruf unterzeichnet, davon 56 aus Saarlouis, 11 aus Dillingen, jeweils neun aus Fraulautern und Wallerfangen sowie acht aus Lebach.
Am 02.07.1914 fand im Kaiserhof Saarlouis eine Veranstaltung des "vorbereitenden Ausschusses zur Errichtung eines Bismarckturmes im Kreise Saarlouis" statt. Landrat Johannes Schütz von Leerodt (*1872-†1952) wurde zum ersten Vorsitzenden des Ausschusses gewählt.
Aufgrund des einsetzenden Ersten Weltkrieges wurde das Vorhaben nie realisiert.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1911 (Nr. 12, S. 223)
- Dortmunder Zeitung vom 22.12.1911
- Iserlohner Kreis-Anzeiger vom 22.12.1911
- Durlacher Wochenblatt vom 23.12.1911
- Hawner, Alex: "Ein Bismarckturm auf dem Limberg?" in Unsere Heimat, 45. Jg., Heft 4 (2020), S. 184-196
___
7. Planung Bismarckturm St. Ingbert
Am 29.05. und 30.05.1908 veröffentlichten Bismarck-Verehrer einen "Aufruf zur Errichtung eines Bismarckturms in St. Ingbert" in der Westpfälzischen Zeitung und luden zur Gründungsversammlung eines Bismarckturm-Vereins am 30.05.1908 um 20:30 Uhr in den Saal der Harmonie ein. Im Aufruf, der von Generaldirektor D. Kraemer unterzeichnet war, wurde ein 20 m hoher Bismarckturm als Aussichtsturm angekündigt, der auf den Höhen südlich von St. Ingbert errichtet werden sollte.
Mit Rücksicht auf die überwiegend katholische Bevölkerung von St. Ingbert schlug der Bürgermeister vor, den geplanten Turm statt nach Bismarck nach König Ludwig zu benennen, was jedoch vom Ausschuss "entschieden abgelehnt" wurde.
Im Frühjahr 1911 plante der Bismarckturm-Verein, das Bauwerk auf den waldigen Höhen um St. Ingbert, wahrscheinlich auf dem Rothenkopf (400 m über NN), zu errichten. Die Grundsteinlegung sollte am 01.04.1915, dem 100. Geburtstag von Otto von Bismarck, erfolgen.
Am 01.04.1911 betrug der Spendenstand 9.300 Mark. Es wurde beschlossen, zwei Unterausschüsse zu bilden, um das Projekt Bismarckturm weiter voran zu treiben. Der Bauausschuss sollte für alle Fragen rund um den Bau, der Agitations- und Propaganda-Ausschuss für Spendenwerbung zuständig sein.
Die Baukosten wurden im Jahr 1911 auf 17.000-25.000 Mark geschätzt, der Turm sollte eine Höhe von 35 m haben.
Ende 1913/Anfang 1914 wurde das Datum der Grundsteinlegung auf dem Rothenkopf auf den 01.04.1914 festgesetzt. Als Bausumme wurde nun der Betrag von 30.000 Mark angegeben. Einen Zuschuss erhoffte man sich vom "Katasterbureau München", der den Turm zu "trigonometrischen Arbeiten" nutzen wollte.
Quellen
- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1908 (Nr. 7, S 112), Jg. 1911 (Nr. 5, S. 91/92; Nr. 6, S. 119/120), Jg. 1914 (Nr. 1, S. 10)
- Westpfälzische Zeitung vom 29.05.1908 ("Aufruf zur Errichtung eines Bismarckturmes" vom 27.05.1908)
- Kölnische Zeitung vom 05.06.1908
- St. Ingberter Anzeiger vom 25.07.1913
Kleine Bildauswahl geplante Bismarcktürme im Saarland

Entwurf geplanter Bismarckturm Neunkirchen von Architekt Alfred Wedemeyer aus Saarbrücken
