Bismarckturm-Planungen Nordrhein-Westfalen

Sechsundzwanzig nicht realisierte Bismarckturm-Projekte


Auf dem heutigen Gebiet von Nordrhein-Westfalen wurden zweiunddreißig Bismarcktürme errichtet. Sechsundzwanzig geplante Bismarcktürme wurden nie realisiert.

In folgenden Orten sollten die Bauwerke gebaut werden:


  1. Bergisch-Neukirchen (Leverkusen), Burscheid oder Witzhelden (Leichlingen)
  2. Bielefeld-Brackwede
  3. Bochum-Langendreer
  4. Bünde
  5. Düren
  6. Düsseldorf-Gerresheim
  7. Düsseldorf-Grafenberg
  8. Düsseldorf-Oberkassel
  9. Duisburg
  10. Duisburg-Lahr
  11. Enger (Westfalen)
  12. Ennepetal-Voerde
  13. Essen
  14. Hamm
  15. Herdecke
  16. Hilchenbach
  17. Krefeld-Uerdingen
  18. Lengerich (Westfalen)
  19. Münster
  20. Oerlinghausen
  21. Plettenberg-Ehringhausen
  22. Solingen
  23. Steinfurt-Burgsteinfurt
  24. Waldbröl
  25. Witten
  26. Witten-Annen

Nähere Angaben zu den Bismarckturm-Projekten in Nordrhein-Westfalen

Von Bielefeld-Brackwede bis Witten-Annen


1. Planung Bismarckturm Bergisch-Neukirchen (Leverkusen), Burscheid oder Witzhelden (Leichlingen)

Im Frühjahr 1908 kam in Opladen der Gedanke auf, im unteren Kreis Solingen in der Nähe von Burscheid einen Bismarckturm zu errichten.

Nach einer jahrelangen Unterbrechung des Vorhabens wurde im Frühjahr 1913 bei einer Versammlung von Bismarck-Verehrern eine Vereinigung gegründet, um das Vorhaben aus dem Jahre 1908 zu realisieren.

Den Vereins-Vorsitz übernahm Fabrikant Rudolf Tillmanns aus Neu-Kronenberg. Zunächst wurde ein Hauptausschuss gewählt, der alle Vorarbeiten treffen sollte und insbesondere das Interesse und die Spendenbereitschaft in den umliegenden zehn Gemeinden für dieses Projekt wecken sollte. Das Bauwerk sollte auf einer besonders hervorragender Stelle im unteren Kreis Solingen (Landkreis Solingen) errichtet werden und am 01.04.1915 (100. Geburtstag von Otto von Bismarck) fertiggestellt sein.

Im Mai 1913 wurde in einer Sitzung des Hauptausschusses bestimmt, dass jede der beteiligten Gemeinden einen eigenen Ortsausschuss gründen sollte. Diese sollten jeweils durch Bismarckvorträge neue Mitglieder für die Vereinigung gewinnen (1 Mark Jahresbetrag pro Mitglied).

Im November 1913 hatte die Vereinigung bereits 500 Mitglieder, der Baufonds war auf 4.500 Mark angewachsen. Im Dezember 1913 sollte der genaue Bauplatz ausgesucht werden.

In einer weiteren Versammlung wurde als Standort des Bismarckturmes eine Anhöhe in der Nähe von Bergisch-Neukirchen ausgesucht, von dem das Bauwerk von den umliegenden Orten aus gut sichtbar ist.

Im März 1914 wurde erneut die Standortfrage aufgegriffen, es wurden nun die Orte Bergisch-Neukirchen, Burscheid und Witzhelden favorisiert. Die möglichen Standorte hatte die Kommission bereits besucht, aber noch keine Entscheidung treffen können.

Eine "Hauptbesichtigung" der möglichen Bauplätze wurde nun durch zwei sachverständige Künstler, Prof. Wilhelm Kreis und Prof. Klotzbach, durchgeführt. Beide Professoren sprachen sich aus künstlerischen Gesichtspunkten einstimmig für den Witzheldener Platz, dem sog. "Heiligentod" in Witzhelden aus.

Doch auch auf diesen Vorschlag konnte man sich nicht einigen, da es nicht möglich schien, den geplanten Turm in Witzhelden auf bequemen Weg besuchen zu können. Nun wurden [wahrscheinlich nicht ernstgemeinte] Vorschläge gemacht, den Turm in der Nähe der Bahnsteige von Opladen oder Bergisch Neukirchen zu errichten, damit die Türme von der Bahn aus gut sichtbar und erreichbar sind.

Aufgrund der Unstimmigkeiten und des einsetzenden Ersten Weltkrieges konnte das Vorhaben nicht weiterverfolgt werden.

Im November 1923 wurde an die Vereinigung die Bitte herangetragen, den Bismarckturm-Baufonds (ca. 5.000 Mark) "als Grundstock zur Schaffung eines Kriegergedenksteins auf dem Ehrenfriedhof" in Ohligs zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund der Hyperinflation 1923/1924 wurde der Baufonds stark entwertet.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1908 (Nr. 7, S. 112); Jg. 1913 (Nr. 6/7, S. 96)

- Kölnische Zeitung vom 30.05.1908; 02.06.1908; 04.11.1913

- Walder Zeitung vom 30.05.1908; 156.04.1913; 24.04.1913; 07.05.1913; 03.03.1914; 30.03.1914; 01.10.1914, 23.10.1914; 07.11.1921

- Aachener Anzeiger vom 10.04.1914

- Bergische Post vom 10.04.1924

- Bergische Zeitung vom 03.04.1925

- Schreiben der Stadt Burscheid (Frau Lietz) vom 26.10.1994

___


2. Planung Bismarcksäule Bielefeld-Brackwede

Im Dezember 1913 trafen sich Bismarck-Verehrer in Brackwede und beschlossen, anlässlich des 100. Geburtstags von Otto von Bismarck in Brackwede einen Bismarckturm bzw. eine Bismarcksäule auf dem Frölenberg zu errichten. Kurz darauf fand im Gasthof Renne eine größere Veranstaltung statt, in dem Lehrer Wortmann das Projekt einer befeuerbaren Bismarcksäule vorstellte und begründete. Architekt Ewald Krüger hatte bereits Entwurfszeichnungen für die Säule gefertigt und stellte dieser in der Versammlung vor. Aus den vorgestellten Entwürfen wurde der geeignete Entwurf bestimmt. Das geplante Bauwerk sollte auch als Aussichtsturm dienen. Es wurde vereinbart, dass der gewählte Entwurf nach Weihnachten 1913 im Schaufenster des Kaufmanns Platzmann ausgestellt werden sollte. Die entsprechenden Geldmittel sollten durch Spenden, Stiftungen, Veranstaltungen (Konzerte) und eine Lotterie erlangt werden. Es wurde eine Kommission zur Errichtung einer Bismarcksäule in Brackwede gegründet und die ersten Beträge für das geplante Projekt gezeichnet. Anschließend wurden in mehreren Brackweder Restaurants Spendenlisten ausgelegt.

Das Bauvorhaben wurde aus unbekannten Gründen nicht durchgeführt.


Quellen

- Bielefelder Generalanzeiger vom 31.12.1913

- Westfälische Zeitung vom 15.12.1913; 02.01.1914; 31.03.1915

___


3. Planung Bismarckturm Bochum-Langendreer

Anlässlich einer Bismarck-Geburtstagsfeier am 01.04.1905 im "Hotel zum Prinzen Heinrich von Preußen" in Langendreer wurde beschlossen, in Langendreer einen Bismarckturm auf dem Westerberg zu errichten. An diesem Tag wurde direkt ein "besonderes Komitee" gegründet, um den Turmbau vorzubereiten. 2.000 Mark für das Projekt konnten direkt gezeichnet werden.

Mitte April 1905 entschied sich das Komitee für einen Bauplatz zwischen dem Wasserwerksturm und der Bochum-Wittener Provinzialstraße. Vom Turnverein Langendreerdorf wurden 50 Mark für den Bismarckturm gespendet.

Im Juli 1905 erklärte sich Herr Niederwestermann bereit, die Ziegelsteine zum Turmbau zum Selbstkostenpreis abzugeben.

Im Februar 1906 wurde der Erwerb der Baugrundfläche auf dem Westerberg in der Gemeinderatssitzung (4 Morgen Land) genehmigt, die Kosten dafür trug die Gemeinde Langendreer.

Im April 1907 war der Turmbaufonds auf rund 3.000 Mark angewachsen.

Im Juni 1907 wurde im Hotel "Reichshof" ein großes Vokal- und Instrumentalkonzert veranstaltet. Der Erlös von 1.200 Mark kam dem Baufonds für den geplanten Bismarckturm hinzu. Im Mai 1908 sowie im Juni 1909 spendete die Sparkasse Werne-Langendreer jeweils 500 Mark an Überschüssen für das Turmprojekt. im Mai 1910 war der Baufonds auf 7.000 Mark angewachsen. Im Sommer 1907 bewilligte die Gemeinde Langendreer 500 Mark für den Turmbau.

Der Bismarckturm wurde aus unbekannten Gründen nicht errichtet.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 8, S. 10; Jg. 1910 (Nr. 5, S. 79; Nr. 7/8, S. 117)

- Küppers: "Bismarck. Erinnerungen und Urkunden aus einer Bismarck-Stadt der westfälischen Mark", 1915, S. 37

- Dortmunder Zeitung vom 05.04.1905; 15.04.1905; 29.04.1905; 01.08.1905; 16.02.1906; 02.04.1906; 30.04.1907; 10.06.1907; 08.05.1908; 19.06.1909; 03.04.1910

- Kölnische Zeitung vom 05.04.1905; 13.04.1905

- Rhein- und Ruhrzeitung vom 11.04.1910; 23.04.1910

___


4. Planung Bismarcksäule Bünde

Anfang 1905 wurde ein größerer "Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Reesberg" unter Vorsitz von Rudolf Lenhartz in Bünde gebildet. Dieser bereitete eine Feier zum 90. Geburtstag von Otto von Bismarck in Bünde vor und hatte bereits Spendensammlungen für den Turmbau durchgeführt. Der Baugrund auf dem Reesberg wurde vom Ausschuss aufgekauft.

Im April 1906 wurde ein Spendenaufruf für eine beflammbare Bismarcksäule auf dem höchsten Punkt des Reesberges bei Südlengern veröffentlicht. Die Feuerschale sollte jährlich am 01.04. beflammt werden und "hinüberleuchten zu den Feuerzeichen, die von den Bismarck-Warten auf dem Jacobsberge [Porta Westfalica] und dem Stukenberge [Herford] aufflammen". Der Ausschuss veröffentlichte eine Ansichtskarte mit dem Entwurf der Bismarcksäule.

Aus unbekannten Gründen wurde das Projekt nicht weiterverfolgt.

In den 1930er Jahren wurde auf dem Reesberg von der Wehrmacht ein eiserner Turm errichtet, der auch als Aussichtsturm genutzt wurde. Dieser war im Jahr 1952 baufällig und sollte abgerissen werden.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 5, S. 3 u. S. 7); Jg. 1906 (Nr. 7/8, S. 113)

- Schreiben der Stadt Bünde (Stadtoberinspektor Fleddermann) vom 18.06.1987 und 30.06.1987

- Informationsblatt vom geschäftsführenden Ausschuss für die Errichtung eines Bismarckturmes auf dem Reesberge (August 1905)

- Aufruf zum Bau einer Bismarck-Säule auf dem Rees-Berge bei Südlengern (April 1906)

- Schreiben des Landkreises Herford (Kreisverwaltung) betreffend eines Aussichtsturms auf dem Reesberg vom 16.10.1952

___


5. Planung Bismarckturm Düren

Auf einer Bismarckfeier am 01.04.1905 regte Professor Schumann die Errichtung eines Bismarckturmes in Düren an. Bis Februar 1906 konnten 11.400 Mark für dieses Projekt gesammelt werden. Der Turm sollte auf dem Fuchsberg bei Düren, am Rande des "Wibbelrusches", gebaut werden. Im April 1906 wurde ein Entwurfs-Wettbewerb durchgeführt. Der erste Preis ging an Architekt J. Berns aus Köln. Die geschätzten Kosten für den Turmbau betrugen 34.000 Mark. Bis 1913 war der Baufonds nur auf 12.000 Mark angestiegen. Kommerzienrat Wilhelm Hoesch stiftete anlässlich seines 30jährigen Dienstjubiläums 25.000 Mark für den Turmbau.

Der Bau wurde begonnen, aufgrund des einsetzenden Ersten Weltkrieges abgebrochen. Nach 1930 wurde ein "Verein zur Errichtung des Dürener Ehrenmals" gegründet und im Mai 1938 der Grundstein gelegt. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges musste der Bau eingestellt werden, nachdem ein Großteil des Baus (offener Turmrumpf auf erhöhtem Gelände, welcher über eine Treppe mit seitlichen Mauern zu erreichen war) schon errichtet war. Im Frühjahr 1975 wurde das nie fertiggestellte Ehrenmal zugunsten eine Neubaugebietes abgerissen.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 8, S. 10; Nr. 11, S. 11); 1913 (Nr. 2, S. 24)

- Kleinmanns, Joachim: Schau ins Land - Aussichtstürme", Jonas Verlag 1999, S. 337

- Dürener Zeitung 10.02.1906, No. 33; 11.01.1913, Nr. 8

- Deutsche Bauzeitung No. 29 vom 11.04.1906, S. 22; No. 41 vom 23.05.1906; No. 59 vom 25.07.1906

- Schreiben der Stadt Düren (F. Gaspers) vom 18.08.1994

- Geuenich, Josef: "Die Dürener Straßennamen", Düren 1965 (ohne Verlag), S. 162-164

- Infos und Bilder bei denkmalprojekt.org

___


6. Planung Bismarcksäule Düsseldorf-Gerresheim

Am 01.04.1909 wurde in Gerresheim die Anregung für den Bau einer Bismarcksäule gegeben. Für dieses Vorhaben wurden Spenden gesammelt. Weitere Informationen zu dieser geplanten Bismarcksäule liegen nicht vor (es ist möglich, dass sich die Gerresheimer dem Bismarcksäulen-Projekt in Düsseldorf-Grafenberg angeschlossen haben).


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1909 (Nr. 5, S. 81;

- Schreiben des Stadtarchivs Düsseldorf (Dr. von Looz-Corswarem) vom 18.08.1994

___


7. Planung Bismarcksäule Düsseldorf-Grafenberg

Im Frühjahr 1905 beschlossen "angesehene Bürger" in Düsseldorf einen Bismarckturm zu errichten. Es wurde ein Komitee gebildet, um einen Bismarckturm auf der Grafenberger Höhe (Düsseldorf-Grafenberg) zu errichten. Im Sommer 1906 waren bereits "bedeutende Summen" für das Projekt gezeichnet.

Aus dem Komitee wurde 1909 der "Verein zur Errichtung und Unterhaltung einer Bismarck-Feuersäule" unter Vorsitz von Dr. Ing. Emil Schroedter gebildet. Bismarck-Verehrer Emil Schroedter hatte im Jahr 1901 bereits Kontakt mit Wilhelm Beumer und Franz Haniel bezüglich des geplanten Bismarckturms Oberkassel.

Auf der ersten Mitgliedersammlung im Frühjahr 1909 wurde beschlossen, den Turm auf den Höhen des Grafenberges oder auf der Oberkasseler Rheinseite (gegenüber dem Hafen) zu bauen.

Anfang 1911 stimmten die Düsseldorfer Stadtverordneten für die Errichtung der Bismarck-Feuersäule auf der "Schönen Aussicht" in Grafenberg. Der Verein beauftragte Professor Wilhelm Kreis mit der Ausführung eines Entwurfes.

Auf der Hauptversammlung des Vereins am 03.06.1913 berichtete der Vorsitzende Dr. Ing. Schroedter, dass die Vorarbeiten für die Errichtung der Säule laufen. Es wurde nochmals über den Bauplatz diskutiert, welcher eine Größe von 450 m² haben sollte. Aufgrund des begrenzten Waldbestandes wurde vereinbart, Prof. Kreis einen neuen Entwurf mit kleineren Abmaßen zu bitten.

Als Standortalternative wurde nun die freie Ebene in der Nähe des ehemaligen Schießstandes diskutiert. Der Baufonds war bis Juni 1913 auf 3.116 Mark angewachsen. Im Jahr 1914 wollte man Prof. Wilhelm Kreis mehr Zeit für einen neuen Entwurf geben, um die Vorarbeiten von W. Kreis für das Bismarck-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingen "nicht zu stören".


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 5, S. 6), Jg. 1906 (Nr. 7/8, S. 113), Jg. 1907 (Nr. 5, S. 71) Jg. 1909 (Nr. 7/8, S. 126); Jg. 1911 (Nr. 5, S. 91) Jg. 1913 (Nr. 6/7, S. 92); Jg. 1914 (Nr. 6/7, S. 77)

- Schreiben des Stadtarchivs Düsseldorf (Dr. Elisabeth Scheeben) vom 03.08.1994

___


8. Planung Bismarcksäule Düsseldorf-Oberkassel

Am 12. Dezember 1898 trafen sich Bismarck-Verehrer in der städtischen Tonhalle in Düsseldorf und diskutierten den Aufruf der deutschen Studentenschaft zur Errichtung von Bismarcksäulen. Es wurde einstimmig beschlossen, in Düsseldorf eine befeuerbare Bismarcksäule zu errichten. Zu diesem Zweck wurde ein Komitee unter Vorsitz von Dr. Wilhelm Beumer gegründet, welches auch die Aufgabe hatte, "die Mitarbeit weiterer Kreise" für das Projekt zu gewinnen. Über den Standort und die Finanzierung dieses Baus sollte das Komitee Entscheidungen treffen. Auch die niederrheinischen Mitglieder der "Vereine deutscher Studenten" schlossen sich im Januar 1899 diesem Beschluss an. Im März 1901 übertrug man die Aufgaben der weiteren Planung dem "Verein der nationalliberalen Jugend in Düsseldorf", der ein diesbezügliches Ersuchen an den engeren Ausschuss gerichtet hatte.

Im April 1901 wurde beschlossen, die Bismarcksäule auf dem "Vorflutgelände des einseitigen Rheinufers" errichtet werden.

Am 12.07.1901 sprach Dr. Wilhelm Beumer mit Oberbürgermeister Wilhelm Marx über den Standort der geplanten Bismarcksäule. Dieser war damit einverstanden, dass der Bau "auf dem Vorlande der anderen Rheinseite erfolgen" sollte. Wilhelm Marx beauftragte am 17.07.1901 Regierungsbaumeister Ernst Ottmann, bei dem Kölner Büro der Baufirma Philipp Holzmann einen Kostenanschlag einzuholen. Der geplante, mindestens 18 m hohe Turm sollte mit seinem Unterbau auf einer Plattform errichtet werden. Dieser sollte über die wasserseitige Böschung so errichtet werden, dass der Turm sich in der verlängerten Mittellinie der Neuss-Oberkasseler Chaussee befindet. Zwei breite Treppenläufe sollten den Zugang mit der Deichstraße "Kaiser-Wilhelm-Ring" und dem Vorlande des Deichs verbinden. Bei festlichen Anlässen sollten "große Menschenmengen" vor dem Bauwerk Platz finden. Auf der Plattform des Turmes sollte genug Raum für Redner, Vertreter von Behörden und Vereine. Am 14.08.1901 fand eine Ortsbesichtigung von Ottmann mit Vertretern der Fa. Holzmann statt.

Die Vorarbeiten kamen in Stocken, als die Entwurfspläne nicht rechtzeitig geliefert wurden. Am 01.09.1901 mahnte der Oberbürgermeister die Fa. Eberlein in Köln an, die die Entwurfsskizze liefern sollte. Am 23.09.1901 fuhr Ottmann zur Fa. Eberlein nach Köln. Dieser fand nur eine Skizze zu einem Entwurf vor, die dann in seinem Beisein zu einem vorläufigen Entwurf ausgearbeitet wurde. Die Entwurfszeichnung wurde erst am 14.10.1901 von der Fa. Eberlein übersandt.

Wilhelm Beumer und Bismarck-Verehrer Franz Haniel sprachen sich nun für eine Verlegung des Bauplatzes an das Rheinufer aus und baten am 26.11.1901 um die Fertigung eines neuen Entwurfs. Der neue Plan wurde vom Oberbürgermeister am 18.12.1901 an Franz Haniel geschickt, erhielt aber keine Antwort. Am 20.11.1902 wurde das Projekt zu den Akten gelegt.


Quellen

- Dortmunder Zeitung vom 16.12.1898

- General-Anzeiger Düsseldorf vom 15.12.1898

- Kölnische Zeitung 14.12.1898; 23.01.1899; 27.03.1901

- Rhein- und Ruhrzeitung vom 06.04.1901

- Weidenhaupt, Hugo: "Der Plan zur Errichtung eines Bismarck-Turmes in Oberkassel" in Düsseldorfer Jahrbuch, 54. Band, Herausgegeben vom Düsseldorfer Geschichtsverein, Droste Verlag GmbH, Düsseldorf 1972

___


9. Planung Bismarcksäule Duisburg

Auf der Versammlung der "Alldeutschen Bewegung" vom 27.02.1899 in der städtischen Tonhalle wurde eine Duisburger Ortsgruppe begründet, die die Errichtung einer Bismarcksäule in Duisburg planen will. Anfang März lud die neue Ortsgruppe Duisburg für den 17.03.1899 in die Tonhalle zu einer Vorbesprechung aller patriotischen Vereine für ein "Wahrzeichen vaterländischer Dankbarkeit" in Form eines Bismarckturms für Duisburg. Am Fr., 18.03.1899 um 20:30 Uhr trafen sich zahlreiche lokale Vereine (Verein der Bismarckfreunde, Duisburger Garde-Verein, Verein gedienter Jäger und Schützen u.a.) in der städtischen Tonhalle. Hier wurde der Aufruf der deutschen Studentenschaft zur Errichtung von Bismarcksäulen vorgestellt. Der Alldeutsche Verband wollte dieses Vorhaben für Duisburg in die Hand nehmen und bat um Unterstützung anderer lokaler Vereine. Für den Baufonds waren bereits 5.000 Mark gezeichnet worden.

Zu einer weiteren Veranstaltung am 23.04.1899 in derselben Angelegenheit in der Tonhalle waren erneut die Vertreter der patriotischen Vereine geladen. Der Alldeutsche Verband präsentierte auf der Versammlung das Modell einer eisernen Bismarcksäule (50 cm hoch im Maßstab 1:10), welches von der Fa. Gladenbeck aus Friedrichshagen (Berlin), die von dem Projekt gelesen hatte, auf eigene Kosten angefertigt worden war.

Die geplante 5 m hohe und 50 cm breite Säule sollte 10.000 Mark kosten. Die Firma Gladenbeck gab an, dass man in der Versammlung entscheiden sollte, eine Bismarcksäule oder ein Bismarckdenkmal zu errichten.

Herr Budde vom Alldeutschen Verband hatte zuvor schon Kontakt mit dem Duisburger Oberbürgermeister Lehr gehabt, welcher für ein Bismarckdenkmal gestimmt habe, für welches 5.000 Mark zur Verfügung gestellt werden konnten. Aufgrund von Kosten für andere Vorhaben bat er, die Ehrung für Bismarck um ein bis zwei Jahre zurück zu stellen und dann ein Komitee zu gründen, an dessen Spitze er sich setzen wolle. Nach Diskussionen entschied man sich für die Errichtung eines Bismarckdenkmals statt einer Bismarcksäule.

Am 01.04.1905 wurde in der Königstraße / Düsseldorfer Straße in Duisburg am 01.04.1905 ein Bismarck-Standbild in Bronze von Bildhauer Friedrich Reusch aus Königsberg eingeweiht. Die Kosten betrugen 100.000 Mark, das Standbild wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.


Quellen

- Rhein- und Ruhrzeitung: 07.02.1899; 28.02.1899; 08.03.1899; 16.03.1899; 18.03.1899; 100.04.1899; 24.04.1899; 06.03.1900; 28.03.1904

- Generalanzeiger für Duisburg, Ruhrort und Umgegend: 20.03.1899; 22.07.1908

___


10. Planung Bismarcksäule Duisburg-Laar

Bürgermeister von Beeck plante, zusammen mit dem Gemeinden Meiderich und Ruhrort (heute bei zu Duisburg gehörig) eine Bismarcksäule nach dem Entwurf "Götterdämmerung" von Prof. Wilhelm Kreis zu errichten. Die Gemeinden Ruhrort und Meiderich wollten sich nicht an diesem Projekt beteiligen, zumal beide "Bismarck" als Nebenfigur von Kaiser-Wilhelm-Denkmalen entsprechend gewürdigt hatten.

Die Säule sollte auf der Bismarckstraße (Bismarckdamm) errichtet werden. Das Vorhaben wurde nicht realisiert.


Quellen

- Schwarz, Karin: "Bürgerliche Selbstdarstellung im Ruhrgebiet zwischen 1871 und 1918. Die kommunalen Denkmäler einer Industrieregion.", Inaugural-Dissertation, Fach Geschichte, Universität Trier, Mai 2004

- Generalanzeiger für Duisburg, Ruhrort und Umgegend: 10.03.1899, 14.03.1899; 04.09.1899; 12.03.1900

___


11. Planung Bismarckturm Enger (Westfalen)

Im Jahr 1903 plante man in Enger, ein Burendenkmal (für die Buren in Enger, zur Unterstützung dieser niederländischstämmigen Siedler in Südafrika in ihren Kämpfen gegen die Briten) zu errichten. Im Oktober 1903 stockten die Arbeiten am Denkmal, sodass die Überlegung aufkam, das "Burendenkmal mit einem Bismarckturm zu verbinden", um weitere Spenden generieren zu können. Es wurde geplant, ein besonderes Komitee für die Errichtung des Bismarckturms zu gründen.

Im November 1903 konkretisierte man die Bauangaben: Der obere Teil des turmartigen Burendenkmals sollte "Bismarckturm" genannt werden. Am 20.11.1903 wollte man einen Künstler beauftragen, um ein Reiterstandbild von Bismarck für den Turmkopf zu entwerfen. Das Buren-Turmdenkmal wurde nicht realisiert. Mit dem seit Jahren nicht benötigten Baumaterial überlegte man im Juli 1909, den ebenfalls geplanten Grafschaftsturm in einen Bismarckturm umzugestalten. Auch der Grafschaftsturm wurde nie realisiert.


Quellen

- Bünder Tageblatt vom 02.11.1903

- Westfälische Zeitung vom 04.11.1903; 21.11.1903; 03.08.1909

- Bielefelder Generalanzeiger vom 24.07.1909

___


12. Planung Bismarckturm Ennepetal-Voerde

Am 01.04.1903 plante der Bismarck-Bund zu Voerde in Voerde (bei Ennepetal) die Errichtung einer Bismarck-Feuersäule. Für dieses Vorhaben wurden Spenden gesammelt.

Bei der Hauptversammlung des Bismarck-Bundes in Voerde am 24.02.1914 verkündete der neu gewählte Vorsitzende Walter Spannagel, dass die Spendenmittel für den Bismarckturm auf 2.475 Mark angewachsen waren. Durch den einsetzenden Ersten Weltkrieges wurde das Projekt nicht verwirklicht.

Anfang der 1930er Jahre wurde in Voerde ein Bismarck-Gedenkstein auf dem Hohenstein geplant. Dieses Denkmal, ein 4 m hoher steinerner Pilaster mit einem eingelassenem, bronzenen Bismarck-Relief, wurde im Jahr 1934 eingeweiht. Der Bismarck-Gedenkstein ist heute noch erhalten.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1903 (Nr. 4, S. 4); Jg. 1914 (Nr. 3, S. 36)

- Seele, Sieglinde: "Lexikon der Bismarck-Denkmäler", Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, S. 129-130

___


13. Planung Bismarcksäule Essen

Vor der Enthüllung des Bismarck-Standbildes auf dem Bismarckplatz in Essen Anfang 1899 plante das Essener Denkmal-Komitee, eine Sammlung für die Errichtung einer Bismarck-Feuersäule durchführen zu lassen. Anfang Mai 1899 wurde ein Ausschuss ewählt, der die notwendigen Vorbereitungen für die beschlossene Bismarcksäule treffen sollte. Das Vorhaben wurde nicht realisiert.

Anmerkung: Es handelt sich hierbei nicht um die tatsächlich errichtete Bismarcksäule in Essen-Kray, die in den Jahren 1898-1900 vom Bismarckverein Gelsenkirchen geplant wurde.


Quellen

- Kölnische Zeitung vom 02.02.1899

- Echo der Gegenwart vom 05.02.1899

- Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 04.05.1899

___


14. Planung Bismarckturm Hamm

Der Nationalliberale Jugendverein in Hamm führte am 04. April 1904, zusammen mit den evangelischen Bürger- und Arbeitervereinen in Hamm, eine Bismarckfeier durch. Auf der Berger Höhe wurde in den Abendstunden eine Bismarck-Feuer entzündet. Der Nationalliberale Jugendverein regte den Bau einer Bismarcksäule für Hamm an und hatte diesbezüglich bereits Spendensammlungen veranlasst.

Im Jahr 1906 kam erneut der Gedanke auf, einen Bismarckturm in Hamm anlässlich "der 300jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mark zu Brandenburg-Preußen" im Jahr 1909 zu errichten. Standort sollte Mark bei Hamm sein. Die Projekte wurden nicht verwirklicht.


Quellen

- Aachener Allgemeine Zeitung vom 07.04.1904

- Rhein- und Ruhrzeitung vom 08.04.1904

- Dortmunder Zeitung vom 24.05.1906

- Kölnische Zeitung vom 30.05.1906

___


15. Planung Bismarckturm Herdecke

Anfang 1900 erwarb Kommerzienrat Gustav Vorsteher (*1836-†1912) aus Wetter ein Grundstück oberhalb des Zillerthales auf dem höchsten Punkt des "Nacken" (188 m über NN), um dort einen Bismarckturm errichten zu lassen. Mit dem Bau des Turmes sollte im Sommer 1900 gestartet werden. Das Bauwerk wurde aus unbekannten Gründen nicht errichtet.


Quellen

- Generalanzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen vom 23.03.1900

- Dortmunder Zeitung vom 28.03.1900

- Rhein- und Ruhrzeitung vom 31.03.1900

___


16. Planung Bismarcksäule Hilchenbach

Die Hilchenbacher Ortsgruppe des "Alldeutschen Verbandes" mit dem ersten Vorsitzenden Dr. Weiß plante am 01. April 1905, die erste Bismarcksäule im Siegerland zu errichten. Es wurden 1.000 Mark für den Bau dieser Säule gezeichnet.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 6, S. 12; Nr. 8, S. 10)

- Schreiben der Stadt Hilchenbach (Stadtarchivar Gämlich) vom 11.05.1987 und 06.10.1994

- Schreiben der Stadt Siegen (Stadtarchivar Menk) vom 22.08.1994

___


17. Planung Bismarckturm Krefeld-Uerdingen

Bei einer Deichschau im Juli 1908 in Uerdingen wurde festgestellt, dass das Rheintor keine ausreichende Widerstandskraft mehr besaß und verstärkt werden sollte. Es wurde die Errichtung eines neuen "großen und starken Rheintores" geplant, welches als Bismarckturm ausgestaltet werden sollte. Mehrere Künstler wurden gebeten, entsprechende Entwürfe einzureichen. Mehrere Künstler beteiligten sich an diesem Wettbewerb, auch Prof. Wilhelm Kreis aus Düsseldorf hatte sich mit mehreren Entwürfen beteiligt. Dieser sprach sich auch für den geplanten Standort (Rheindamm) aus.

Ende 1910 / Anfang 1911 wurden acht Künstler für einen engeren Wettbewerb eingeladen, u.a. erneut Prof. Kreis, aber auch Architekt Brurein aus Berlin und Stadtbaudirektor Prof. Fritz Schumacher aus Hamburg.

Für das Preisrichteramt konnten u.a. Baurat Prof. Wickop aus Darmstadt und Prof. Pützer aus Darmstadt gewonnen werden. Im Frühjahr 1911 entschied sich das Preisgericht nach Sichtung von zehn Entwürfen der acht beteiligten Künstler einstimmig für den Entwurf des Architekten Franz Brantzky aus Köln. Der prämierte Entwurf schuf durch Verbindung zweier turmartiger Bauten eine breite Baumasse, die sich gut in das Verhältnis des Stadtbilds einfügte. Die Kosten für den Bau wurden auf 40.000 Mark geschätzt. Im Jahr 1912 sollte der prämierte Entwurf ausgeführt werden, ein entsprechender Beschluss darüber war aber noch nicht gefasst worden.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1909 (Nr. 1, S. 17); Jg. 1911 (Nr. 1, S. 13; Nr. 5, S. 94); Jg. 1912 (Nr. 2/3, S. 35)

- Kölner Zeitung vom 01.08.1908; 01.02.1911; 03.06.1912

- Rhein- und Ruhrzeitung vom 01.08.1908; 01.06.1912

- Walder Zeitung vom 04.02.1911

- Generalanzeiger für Duisburg, Ruhrort, Meiderich und Umgebung vom 31.12.1911

- Deutsche Bauzeitung 1910, S. 852; 13.05.1911, S. 328

- Die Gartenlaube 1911, Nr. 35, S. 751

- Schreiben der Stadt Krefeld (Ltd. Stadtarchivdirektor Dr. Rotthoff) vom 19.05.1987 und vom 12.10.1994 (Stadtoberamtsrat Schönwasser)

- Kostenüberschlag Bismarckdenkmal für Uerdingen, Kennwort Rheintor (ohne Datum)

- Mathias, Hans-Joachim: "Ausstellung: Bismarckturm statt Rheintor" (Bericht über die Ausstellung über den geplanten Bismarckturm 2009)


___


18. Planung Bismarckturm Lengerich (Westfalen)

Um 1914 sollte auch in Lengerich (Plattdeutsch: Lengerke) in Westfalen ein Bismarckturm errichtet werden. Initiatoren und weiteren Informationen über diese nie realisierte Bauprojekt sind nicht bekannt. Es existiert eine Ansichtskarte mit dem Entwurf des Turmes und der plattdeutschen Unterzeile "De Bismarckthoren, den wi bi Lengerke bouwen willt".


Quellen

- Ansichtskartenmotiv Bismarckturm Lengerich (Lengerke) um 1914, Verlag von F. Schuckert, Lengerich

___


19. Planung Bismarcksäule Münster

Bereits am 01.03.1899 beschlossen Vertreter der Münsteraner Studentenschaft, in Münster eine Bismarcksäule zu errichten. Ende März 1899 wurde durch "verschiedene Körperschaften Münsters" ein Aufruf an alle Bewohner Westfalens zwecks Errichtung einer Bismarcksäule ohne Unterschied des Standes verfasst. Der Aufruf war von sieben Studentenverbindungen der Hochschule Münster und dem Alldeutschen Verband unterzeichnet.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1914 (Nr. 6/7, S. 79)

- Akademische Blätter, Zeitschrift des Kyffhäuser-Verbandes der Verein Deutscher Studenten, 18. Jg. (Nr. 6 vom 16.06.1903; Nr. 7 vom 01.07.1903; Nr. 9 vom 01.08.1903)

- Berliner Neueste Nachrichten vom 03.03.1899

- Deutsche Zeitung vom 29.03.1899

- Schreiben des Stadtarchivs Münster (Städt. Archivmann Gimpel) vom 14.05.1987

- Schreiben des Stadtarchivs Münster (Frau Gussek-Revermann) vom 04.08.1994

- "Aufruf zur Errichtung einer Bismarcksäule in Münster" vom Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule in Münster, 1899

___


20. Planung Bismarckturm Oerlinghausen

Am 23.03.1914 wurde bei einer Versammlung des Bürgervereins im Hotel "Stadt Bremen" angeregt, auf dem Tönsberg einen Bismarckturm zu errichten, der gleichzeitig als Aussichtsturm dienen soll. Die Gesamtkosten für den Turmbau wurden auf 15.000 Mark geschätzt. Angedacht war die Durchführung einer Lotterie, die etwa 10.000 Mark für den Bismarckturm ergeben sollte. Die restlichen 5.000 Mark sollten durch Anleihen finanziert, die durch verzinste Einnahmen [Anm.: vermutlich sind hier Eintrittsgelder gemeint] gedeckt sind.

Kommerzienrat Weber äußerte auf dieser Versammlung Bedenken bezüglich der Zerstörung der "eigentümlichen Schönheiten unserer Landschaft" durch den Turmbau. Im Folgenden sollte der Rat eines Kunstsachverständigen eingeholt werden, der bei der nächsten Versammlung darüber berichten sollte.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1914 (S. 53)

- Westfälische Zeitung vom 25.03.1914

- Schreiben der Stadt Oerlinghausen vom 18.10.1994

___


21. Planung Bismarckturm Plettenberg-Eiringhausen

Fabrikant Graewe stiftete im April 1913 dem Sauerländischem Gebirgsverein 600 Mark für die Errichtung eines Bismarckturmes auf der höchsten Erhebung (Saley, 488 m über NN), nahe der Stadt, errichtet werden. Zudem stellte er weitere 200 Mark für die Instandsetzung des Gebirgsweges zum geplanten Turm zur Verfügung. Die Einweihung sollte am 01.04.1915 durchgeführt werden.


Quellen

- Altenaer Kreisblatt vom 11.04.1913; 09.05.1913

___


22. Planung Bismarckturm Solingen

Anfang April 1900 wurde bei der Bismarckfeier des Männer-Gesangs-Vereins Ossian und der Casino-Gesellschaft Solingen beschlossen, eine Bismarcksäule in Solingen zu errichten. Mehrere Bürger hatten so viele Beiträge für den Turmbau gezeichnet, dass der Turmbau "als gesichert angesehen wird".


Quellen

- Rheinisch-Westfälische Zeitung vom 04.04.1900

___


23. Planung Bismarckturm Steinfurt-Burgsteinfurt

Am 10.05.1904 wurde in Burgsteinfurt der Bau eines Bismarckturmes beschlossen. Alexis Fürst zu Bentheim und Steinfurt (*1845-†1919) hatte eine abgebrannte Windmühle zur Verfügung gestellt, die zu einem Bismarckturm ausgebaut werden sollte. Die Kosten für dieses Vorhaben wurden auf 4.000 Mark geschätzt.

In Burgsteinfurt wurde am 23.07.1905 am Eingang zum Bagno-Park eine Bismarck-Büste enthüllt.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 9, S. 2)

- Schreiben der Stadt Steinfurt vom 04.11.1994


___


24. Planung Bismarckturm Waldbröl

Von lokalen Vereinen wurde anlässlich des 99. Geburtstages von Otto von Bismarck im April 1914 beschlossen, auf der "Freiheit" in Waldbröl einen Bismarckturm zu errichten. Das erforderliche Grundstück hatte Eigentümer Joh. Uhle zu diesem Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt. Um den Turm sollte zusätzlich ein Jugendheim errichtet werden. Die Einweihung des Bauwerkes sollte am 01.04.1915 (100. Geburtstag von Otto von Bismarck) erfolgen. Im April 1914 wurden bereits mehrere "größere Geldbeträge" für den Turmbau gezeichnet.


Quellen

- General-Anzeiger vom 04.04.1914

- Aachener Anzeiger vom 15.04.1914


___


25. Planung Bismarckturm Witten (Umbau Helenenturm)

Der im Jahr 1858 errichtete, 30 m hohe Helenenturm in Witten sollte im Jahr 1910 für das Abbrennen von Bismarckfeuern eingerichtet werden (und damit auch zu einem Bismarckturm umgestaltet werden).
Die Stadtverordneten wurden von Bismarckverehrern zur Bewilligung der Kosten von 1.200 Mark für den Umbau aufgefordert. Nach Diskussionen über das Für und Wider bei der Stadtverordnetenversammlung stimmten auch die katholischen Zentrumsstadtverordneten Bringewald und Midewald diesem Vorhaben zu.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1910 (Nr. 4, S. 63)


___


26. Planung Bismarckturm Witten-Annen

Nach dem Tode Kaiser Wilhelm I. am 09.03.1888 plante man auf dem Wartenberg ein Denkmal zu Ehren Kaiser-Wilhelms I. Die Stelle für das geplante Denkmal auf dem Plateau des Wartenberges wurde jahrelang mit einem hohen Flaggenmast gekennzeichnet, zur Ausführung des Denkmals kam es in Annen nicht (es wurde letztendlich in Dortmund-Hohensyburg errichtet).

Im August 1903 beschlossen Bismarckverehrer in Annen, auf dem Plateau des Wartenberges in Annen einen befeuerbaren Bismarckturm zu errichten.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1903 (Nr. 5, S. 9)

- General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen vom 12.08.1903


Kleine Bildauswahl geplanter Bismarcktürme in Nordrhein-Westfalen

Ansichtskartenmotiv geplante Bismarcksäule Bünde

Ansichtskartenmotiv geplanter Bismarckturm Lengerich

Zeichnung Entwurf Bismarckturm Uerdingen (ohne Architekten-Angabe)

Zeichnung prämierter Entwurf Bismarckturm Uerdingen von F. Brantzky

Ansichtskartenmotiv Burendenkmal Enger (kein Bismarckturm)

Ansichtskartenmotiv Helenenturm Witten (kein Bismarckturm)