Bismarckturm-Planungen Rheinland-Pfalz

Fünf nicht realisierte Bismarckturm-Projekte


Auf dem heutigen Gebiet von Rheinland-Pfalz wurden vierzehn Bismarcktürme errichtet. Vier geplante Bismarcktürme wurden nie realisiert.

In folgenden Orten sollten die Bauwerke gebaut werden:


  1. Koblenz
  2. Kroppach
  3. Neuwied
  4. Pirmasens

Nähere Angaben zu den Bismarckturm-Projekten in Rheinland-Pfalz

Von Koblenz bis Pirmasens


1. Planung Bismarckturm Koblenz

Anfang Juli 1914 wurde geplant, in Koblenz einen Bismarckturm zu errichten. Bis Ende Juli 1914 wurde ein großer Ausschuss gebildet, um über die Bauplatzfrage zu beraten. Der große Ausschuss wählte den Kühkopf (382 m über NN) im Süden von Koblenz als Standort des Bismarckturmes.


Quellen

- Kölnische Zeitung vom 09.07.1914

- Altenaer Kreisblatt vom 29.07.1914

- Castroper Zeitung vom 29.07.1914

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2. Planung Bismarcksäule Kroppach (Verbandsgemeinde Hachenburg)

Der Kriegerverein Kroppach beschloss in seiner Sitzung am 18.04.1909, in Kroppach eine Bismarcksäule zu errichten. Der Kriegerverein Kroppach wandte sich zwecks Sammlung von Spenden an "Brudervereine", Korporationen, Gemeinden, andere Vereine und Bürger. Im September 1909 wurde beschlossen, den Turm auf der Giesenhäuser Höhe bauen zu lassen. In den umliegenden Wirtschaften wurden Sammelstellen angelegt. Im Hotel Müller am Bahnhof Ingelbach waren bereits 300 Mark gespendet worden.

Anfang 1910 wurde darüber diskutiert, ob man sich dem Bau des anderen Bismarckturms in Westerwald (Bismarckturm Altenkirchen) anschließt. In Altenkirchen wurde am 01.04.1910 der Bismarck-Turm-Verein gegründet.


Quellen

- Erzähler vom Westerwald vom 09.06.1909; 07.03.1910; 08.09.1909

- Wiesbadener Tageblatt vom 25.01.1910

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3. Planung Bismarckturm Neuwied

Bismarckverehrer aus Neuwied planten im Sommer 1902, "einen alten, schmucklosen, von Epheu umrankten Turm" in der Nähe der Kriegsschule von Engers in einen Bismarckturm umzubauen. Die unteren Verwaltungsbehörden stimmten dem Vorhaben sofort zu, die oberen Verwaltungsbehörden nach einigem Zögern ebenfalls.
Es stellte sich anschließend heraus, dass der Turm "
der Krone" gehört. Die Minister des königlichen Hauses lehnten den Ausbau zu einem Bismarckturm mit der Begründung ab, dass "ein solches Flickwerk des ersten Kanzlers unwürdig sei".

In Neuwied-Heddesdorf wurde im Jahr 1909 ein vom Heddesdorfer Kriegerverein initiierter Bismarckturm als Aussichtsterrasse errichtet.


Quellen

- Bonner Zeitung vom 12.08.1902

- Aachener Allgemeine Zeitung vom 13.08.1902

- Seele, Sieglinde: "Lexikon der Bismarck-Denkmäler", Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, S. 292

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4. Planung Bismarckturm Pirmasens

Am 06.04.1905 wurde in Pirmasens ein Bismarckverein zur Erbauung einer Bismarcksäule oder eines Bismarckdenkmals gegründet. Innerhalb weniger Wochen stieg der Baufonds durch Spenden auf 10.000 Mark.

Später entschied man sich für ein Bismarckdenkmal mit Brunnenanlage und einem aufgesetztem Standbild (Jung-Siegfried auf einem Ross). Er ist Jahr 1910 verfügte man über 25.000 Mark an Spendenmitteln und konnte ein Architekten-Wettbewerb zur Erlangung eines geeigneten Entwurfs durchführen. Das 41.000 Mark teure Denkmal wurde am 01.09.1912 auf dem Exerzierplatz in Pirmasens eingeweiht.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1905 (Nr. 8, S. 9)

- Seele, Sieglinde: "Lexikon der Bismarck-Denkmäler", Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, S. 309-310