Bismarckturm-Planungen Niedersachsen

Neun nicht realisierte Bismarckturm-Projekte


Auf dem heutigen Gebiet von Niedersachsen wurden fünfzehn Bismarcktürme errichtet. Neun geplante Bismarcktürme wurden nie realisiert.

In folgenden Orten sollten die Bauwerke gebaut werden:


  1. Borkum
  2. Buxtehude
  3. Delmenhorst (Bookholzberg)
  4. Dobrock (Wingst-Dobrock)
  5. Jever
  6. Kiel
  7. Oldenburg
  8. Osnabrück
  9. Worpswede

Nähere Angaben zu den Bismarckturm-Projekten in Niedersachsen

Von Borkum bis Worpswede


1. Planung Bismarcksäule Borkum

Am 01.08.1908 wurde auf einer Bismarck-Gedenkfeier auf Borkum die Errichtung einer Bismarcksäule auf "Deutschlands Nordwestecke". Für die geplante Bismarcksäule wurde ein Grundstock von 500 Mark gestiftet. Bis August 1909 kamen, auch durch Spenden von Kurgästen, insgesamt 1.000 Mark an Spenden zusammen.

Die Spendensumme wuchs nur langsam, Anfang 1913 war der Baufonds lediglich auf 2.480,21 Mark gestiegen. Statt einer Bismarcksäule wurde nun ein im Vergleich kostengünstiges Bismarckdenkmal geplant. Zur Ausführung des Vorhabens kam es nicht.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1908 (Nr. 9, S. 145); 1913 (S. 11)

- Dortmunder Zeitung 01.08.1908

- Jeversches Wochenblatt 26.08.1909

- Schreiben der Stadt Borkum (Herr Akkermann) vom 18.05.1987 und 06.09.1994

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2. Planung Bismarckturm Buxtehude

Der Verschönerungsverein Buxtehude plante am 01.04.1903, einen Bismarckturm auf dem Bullenberg, dem höchsten Punkt des Stadtgebiets (61 m über NN), zu errichten. Im Juni 1904 war bereits ein "größerer Betrag" gesammelt worden, um dieses Vorhaben durchzuführen. Die Forstverwaltung war mit der Errichtung des Turmes auf dem Bullenberg einverstanden, dem Verschönerungsverein wurde die Anlage von Wegen in den Königlichen Forst gestattet.

Die Pläne wurden nicht realisiert. Die Stadt Buxtehude baute im Jahr 1913 einen Wasserturm für das neue Wasserwerk auf dem Bullenberg.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1903 (Nr. 4, S. 4); Jg. 1904 (Nr. 11/12, S. 10)

- Die Kunsthalle, Nr. 14 vom 15.04.1903

- Hannoverscher Courier, Nr. 25063 vom 28.06.1904

- Schreiben des Stadtarchivs der Stadt Buxtehude (Dr. Margarete Schindler) vom 13.05.1987

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3. Planung Bismarckturm Delmenhorst (Bookholzberg)

Im März 1907 stellte der Verein zu Altenesch auf dem Verbandstag der Landwirtschaftlichen Vereine des Amtes Delmenhorst den Antrag, einen Bismarckturm zu errichten. In dieser Sitzung wurde beschlossen, die erste Bismarcksäule im Großherzogturm Oldenburg auf dem Bookholzberg bei Grüppenbühren zu bauen. Der Besitzer des Hofes, Baumann Grashorn, stellte daraufhin den Platz für den geplanten Turm zur Verfügung. Am 27.03.1903 kamen mehrere denkmalbegeisterte Männer aus Delmenhorst und Stedingen auf Einladung des Verbandsvorstandes in Delmenhorst zusammen und begründeten einen vorläufigen Ausschuss und einen engeren Vorstand.

Im Mai 1907 wurde auf einer weiteren Versammlung unter Vorsitz des Bürgermeisters Koch die Gründung eines Denkmalvereins beschlossen. Am 09.05.1907 wurde eine Besichtigung der möglichen Bauplätze (die Bauplatzfrage wurde wieder neu diskutiert) vorgenommen. Man gewann Professor Peter Behrens aus Düsseldorf für die Ausarbeitung eines Entwurfes. Am 14.10.1907 wurde die Platzfrage zugunsten des Bookholzberges entschieden, nachdem Prof. Behrens sich für diesen Standort ausgesprochen hatte.

Am 09.04.1908 legte Prof. Behrens mehrere Entwürfe vor, von denen der Ausschuss eine massive Stufenanlage mit einem Riesenaltar für ein Bismarckfeuer und einer gewaltigen Pylonenanlage (Abmessungen: 40 m breit, 35 m tief, 15 m hoch). Diese Anlage sollte an germanische Totenehrungen erinnern.

Am 18.01.1909 wurde in Delmenhorst der "Verein zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals auf dem Bookholzberge" gegründet. Am 05.09.1909 wurde im Rahmen eines patriotischen Festes der künftige Denkmalplatz geweiht. Der Verein sammelte Spenden für dieses Großprojekt.

Im Jahr 1912 wurden die ersten Findlinge an den Bauplatz gefahren, die Grundsteinlegung war für den 01.04.1915 vorgesehen.

Aufgrund des einsetzenden Ersten Weltkrieges konnte das Projekt nicht realisiert werden. Der Baufonds blieb unangetastet, die Hyperinflation im Jahr 1923 entwertete das angesparte Geld.

Im Jahr 1923 machte Pastor Ramsauer aus Ganderkesee den Vorschlag, aus den vorhandenen Findlingen ein schlichtes Bismarckdenkmal zu bauen. Dieses wurde im selben Jahr errichtet. Im Herbst 1934 wird das Findlingsdenkmal abgetragen, da im Auftrag der neuen Machthaber, hier Gauleiter Karl Röwer, anstelle des Bismarckdenkmals die "Niederdeutsche Kultstätte Stedingsehre" errichtet wurde.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1907 (Nr. 5, S. 71; Nr. 12, S. 216), Jg. 1910 (Nr. 4, S. 62), Jg. 1911 (Nr. 2, S. 33), Jg. 1913 (Nr. 1, S. 11)

- Schreiben der Stadt Delmenhorst (Archivamtmann Garbas) vom 11.05.1987

- Festbuch für das Bismarck-Fest am 5. September 1909, veranstaltet von dem Verein zur Errichtung eines Bismarckdenkmals auf dem Bookholzberg

- Sieglinde Seele: "Lexikon der Bismarck-Denkmäler", Michael Imhof Verlag, Petersberg 2005, S. 96

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4. Planung Bismarcksäule Dobrock (heute: Wingst-Dobrock)

Im Jahr 1907 plante Bismarck-Verehrer, auf dem Rosenberg in Dobrock (Besitzer des Bauplatzes: Gemeindevorsteher Meyer, Wassermühle) eine Bismarcksäule zu errichten. Die Kosten für dieses Projekt sollten von den Kriegervereinen der Umgebung getragen werden.

Das Bauvorhaben wurde nicht realisiert.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1907 (Nr. 12, S. 215)

- Schreiben der Samtgemeinde Am Dobrock (Herr von Fintel) vom 24.08.1994 und 30.08.1994

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5. Planung Bismarckwarte Jever

1908-1911

Medizinalrat Dr. Heinrich von Minßen gründete am 01.04.1908 ein provisorisches Zentralkomitee, um einen Bismarckturm in Jever auf dem Woltersberg zu errichten. In den umliegenden Kirchdörfern wurden Obmänner bestellt, die sich in einer Sitzung am 29.09.1908 in Horch`s Restaurant trafen und dort ein Gesamtkomitee für das Bauwerk (nun als Bismarck-Warte bezeichnet) bildeten. Für die Stadt Jever wurde ein Lokalkomitee gegründet, welches am 04.11.1908 tagte. Architekt Theodor Eilers legte eine Zeichnung vor, die seitens der Mitglieder Beifall fand. Bei Baugrunduntersuchungen wurde festgestellt, dass man bei Probebohrungen auf dem Woltersberg nach 5 Metern und an der Sillenstedter Chaussee (dieser Bauplatz wurde hier erstmals genannt) nach 1,50 Metern auf festen Boden stieß.

In der Sitzung vom 10.11.1908 (mit Mitgliedern des Zentralkomitees) entschied man sich einstimmig für den Standort Woltersberg. Spendenaufrufe wurden anschließend in der Lokalpresse veröffentlicht und Spendensammlungen wurden durchgeführt. Bis zum 24.05.1909 waren 3661,45 Mark, bis zum 02.07.1909 rund 7.000 Mark gesammelt. Der Besitzer des 1,7657 ha großen Baugrundstückes auf dem Woltersberg, Herr von Thüna, forderte rund 14.000 Mark, später sogar 15.000 Mark für den Bauplatz. Am 10.05.1910 wurde im Zentralkomitee entschieden, unter diesen Bedingungen vom Kauf des Grundstücks abzusehen. Weitere möglichen Bauplätze (u.a. kleines Moorwarfer Tief) schieden nach Diskussionen aus. Man entschied sich letztendlich einstimmig für den bereits im Jahr 1908 favorisierten Platz an der Sillenstedter Chaussee. Der Plan für die Form des Grundstückes musste geändert werden, um aus dem zuvor rechteckigen Platz einen Streifen entlang der Chaussee werden zu lassen.

Im Frühjahr 1910 stellte Enno Mettcker aus Jever für den Bau der geplanten Bismarckwarte 24 Ar von dem "Hamm im Winkel der Sander und Sillenstedter Chaussee" zur Verfügung.

Ein Entwurfswettbewerb wurde im Jahre 1911 ausgeschrieben, insgesamt gingen 22 Planzeichnungen ein, die im Jugendheim in Jever ausgestellt wurden. Ein Entwurf wurde von Architekt Gothe aus Hannover-Döhren erstellt, welcher in die engere Auswahl kam. Die Hälfte des ausgesetzten Preisgelds von 100 Mark ging an den Architekten Albert Schäfer aus Gnesen, die andere Hälfte an Architekt Max Pohl aus Berlin. Architekt Albert Schäfer wurde gebeten, "seinen Entwurf unter Tagesbeleuchtung" erneut einzureichen. Nach Einreichung seines überarbeiteten Entwurfs wurde dieser zur Ausführung angenommen. Die Höhe der Baukosten für die beflammbare Bismarckwarte wurde auf 18.000-20.000 Mark geschätzt. Zunächst wurden 3.075 Ansichtskarten mit dem Entwurf von Albert Schäfer gedruckt und zugunsten des Baufonds für 10 Pfennig pro Stück verkauft.

Für die Erdarbeiten wurden die Firma Martin Martens aus Langewerth und die Firma Bussmann aus Heidmühle gewonnen. Die Maurerarbeiten sollte das Bauunternehmen H. Harms aus Jever ausführen.


1912-1916

Am 19.11.1912 wurde in einer Sitzung des Zentralkomitees berichtet, dass der Baufonds auf 11.885,74 Mark angewachsen war und die bisherigen Baukosten 8.367,33 Mark betrugen. Die Gesamtbaukosten für die Warte schätzte man nun auf 21.000-23.000 Mark, sodass weitere Spendensammlung durchgeführt werden sollten.

Durch Kriegsfestspiele im Saal der Gaststätte "Großherzog", Aufführungen des Männergesangsvereins Jever und Spendensammlungen kamen bis 1913 über 5.200 Mark an Geldmitteln zusammen.

Eine Neukalkulation ergab Ende 1913, dass weitere 8.000 Mark für die Realisierung des Baus fehlten. In einer Sitzung des Zentralkomitees am 06.01.1914 wurde Schriftführer Fissen beauftragt, den Amtsvorstand Jever um einen Zuschuss von 6.000 Mark oder eine "namhafte Summe" zu bitten, z.B. aus der "Verschönerungskasse des Amtsverbandes". Dies setzte jedoch eine Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums in Oldenburg voraus. Die Stadt Jever gab an, keine weiteren Geldmittel für die Warte aufbringen zu können, diese aber noch Fertigstellung übernehmen und erhalten wolle.

Zu den bisherigen Kosten mussten nun noch Gelder für eine Stele mit Bismarck-Büste und sechs Terrakotten für die Kapitelle der Säulen in der Halle aufgebracht werden. Bildhauer Karl Schäfer (Bruder des Architekten Schäfer) aus Ulm modellierte die Terrakotten (je 60 cm x 30 cm).

Im März 1914 wurde Architekt Eilers mit der Bauleitung beauftragt. Der Verschönerungsverein stellte 2.000 Mark zur Verfügung, der Amtsrat der Stadt Jever erklärt sich bereit, 4.000 Mark unter bestimmten Bedingungen zu zahlen. Am 29.05.1914 erhielt Architekt Karl Schäfer den Auftrag, vier Wasserspeier herstellen zu lassen. Zudem wurde eine eiserne Feuerschale in Auftrag gegeben.

Am 24.06.1914 fehlten nur noch 1.500 Mark für die Bauausführung, die Ausschreibung des Baus erfolgte vom Komitee am 28.06.1914. Die erste Ausschreibung führte zu keinem befriedigenden Ergebnis, auch eine darauffolgende zweite Ausschreibung verlief ohne Erfolg. Architekt Eilers sollte nun direkt Kontakt zu Baufirmen aufnehmen. Für die Herstellung der Betonplatte des Fundaments musste nun ein großer Teil der Gesamtsumme von 840 Mark bezahlt werden. Aufgrund des einsetzenden Ersten Weltkrieges mussten die weiteren Bauarbeiten ruhen. Die bereits gelieferte Feuerschale sollte auf dem Baugrundstück "in geeigneter Weise in die Erde versenkt werden".

Die bereits fertiggestellten Terrakotten und die vier Wasserspeier wurden in Holzkisten im Jugendheim gelagert.

Am 18.09.1915 wurde vom Zentralkomitee beschlossen, aus dem Baufonds eine Kriegsanleihe in Höhe von 10.000 Mark zu zeichnen.

Das Komitee vereinbarte, aus Mitgliedern des Komitees den "Bauverein für die Bismarckwarte in Jever zu Jever e.V." zu bilden, um dem Komitee die Rechtsform einer juristischen Person zu geben (Gründung im Oktober 1915).
Die Umschreibung des Baugrundstücks auf den neuen Eigentümer (Bauverein) wurde am 28.10.1915 vorgenommen. Am 30.10.1915 beauftragte man Gärtner Bartels, im Bereich der zu bauenden Bismarckwarte Eichen, Erlen und Weißbuchen zu pflanzen (Kosten: 180 Mark).


1917-1929

Bei der nächsten Sitzung des Vereinsvorstands am 26.04.1917 bat man den Amtsrat der Stadt Jever um die Auszahlung der versprochenen 4.000 Mark Beihilfe für Bismarckwarte. Diese Beihilfe inkl. Zinsen wurde dem Verein nun auf das Konto überwiesen.

Erst nach dem Krieg, am 30.08.1920 traf sich der Vereinsvorstand erneut und beriet über die Gestaltung der Wiese am Bauplatz. Auf der nächsten Generalversammlung am 09.10.1920 wurde der Gesamt-Kassenbestand inkl. Zinsen der Kriegsanleihe von 225 Mark (20.188,06 Mark) genannt. Bisher waren für Erdarbeiten 5.325,68 Mark und für Mauerarbeiten 3.193 Mark gezahlt worden. Weiterhin wurde diskutiert, ob man den Namen "Bismarckwarte" fallen lassen sollte und die Warte in eine Gedächtnisstätte der Gefallenen umwandelt, um weitere Spenden zu gewinnen. Damit war der Stifter des Grundstücks, E. Mettcker, nicht einverstanden und so wurde diese Idee nicht umgesetzt.

Der Baufonds des Vereins sollte nun im Rahmen des Reichsnotopfers mit 1.400 Mark belastet werden. Dies konnte mit der Erklärung abgewendet werden, dass die Bismarckwarte nun auch als Gedenkstätte aller im Kriege gefallenen Soldaten aus Stadt und Land dienen sollte.

Im Namen des Bauvereins wurden im Jahr 1921 Bismarck-Scheine zum Preis von 3 Mark ausgegeben.

Durch die Hyperinflation in den Jahren 1923/24 wurde das angesparte Kapital des Vereins entwertet.

Am 20.02.1928 versuchte der Verein, neues Kapital durch die Durchführung einer Lotterie für die Bismarckwarte zu erlangen. Die Lotterie wurde von den Bürgern nicht angenommen, es wurden nur wenige Lose verkauft.

Am 01.09.1929 wurde beschlossen, einen Kostenanschlag für Rostschutzarbeiten an der vergrabenen Feuerschale einzuholen.

Es ist bis heute nicht bekannt, ob diese auf dem Bauplatz vergraben worden ist. Gerüchten zufolge wurde diese später auf "Daun`s Hof" gelagert worden sein. Alternativ wurde berichtet, dass die Schale neben der Bismarck-Eiche auf dem Kirchplatz in Jever vergraben worden sei.


Im November 2002 ließen die "Getreuen von Jever" eine Pioniereinheit aus Wildeshausen mit schwerem Gerät an den vermuteten Standorten nach der Feuerschale suchen. Die eiserne Feuerschale wurde nicht gefunden. Die Terrakotten sind noch erhalten und werden heute im jeverschen Schloss gelagert.


1933-1955

Bis März 1933 waren insgesamt nur knapp 1.000 Reichsmark angespart worden. Die "Getreuen von Jever" wollten aus der eigenen Kasse 5.600 Reichsmark für den Bau der Warte dazugeben.

Nun sollte der Entwurf der Warte vereinfacht werden, um Kosten zu sparen. Architekt Schäfer arbeitete seinen Entwurf für 100 Reichsmark um. Der neue Entwurf wurde an den Denkmalpfleger in Oldenburg gesandt, war aber bis Oktober 1937 nicht wieder zurückgegeben worden.

Die letzte Versammlung des Vereins fand am 13.10.1937 statt.

Am 10.11.1947 schrieben die überlebenden Vereinsmitglieder Architekt Theodor Eilers und Prof. Adolf Strube an die "Getreuen von Jever", dass der Bauverein nur noch aus den beiden Unterzeichnern besteht. Der Kassenbestand des Vereins lag zu dieser Zeit bei 7.354 Reichsmark.

Der Bau einer Bismarckwarte musste nun endgültig aufgegeben werden, der Baufonds wurde an den Jeverschen Heimatverein überwiesen. Das Grundstück wurde dem "Altertums- und Heimatverein e.V. zu Jever" kostenlos überlassen (Eintragung ins Grundbuch am 13.04.1948). Am 18.01.1955 wurde das Baugrundstück an die "Getreuen von Jever" übertragen.


Die Fundamentplatte der geplanten Bismarckwarte war im Jahr 1988 noch sichtbar.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1908 (S. 80), Jg. 1909 (S. 66), Jg. 1910 (S. 117), Jg. 1911 (S. 183), Jg. 1913 (S. 11 u. 170)

- Gubener Zeitung (Beilage) vom 03.04.1895, Nr. 79

- Kölnische Zeitung vom 06.04.1908

- Jeversches Wochenblatt vom 31.03.1908; 24.10.1908; 06.07.1909; 25.02.1914

-  Valentin von Bismarck: "Bismarck-Feuersäulen u. Türme", unveröffentlichtes handschriftliches Manuskript im Archiv der Burschenschaft Alemannia, Bonn 1900-1915, 1937, Nr. 207: "Bismarck-Feuersäule zu Jever in Oldenburg"

- Baugewerks-Zeitung, 44. Jg., Nr. 6 vom 20.01.1912 (mit Entwurfszeichnung)

- Blume, Dr. Fritz: "Eine Bismarck-Warte für Jever - Das nicht gebaute Denkmal" in "Im Geiste Bismarcks - Eine kleine Chronik des Vereins 'Die Getreuen von Jever e.V.'", Märkischer Kunst- und Heimatverlag, Bismark/Altmark, 2003, S. 24-40

- Fissen. Karl: "Von der einst für Jever und Jeverland geplanten Bismarckwarte", Historien-Kalender 1963, Verlag Mettcker, Jever, S. 41-43

- Briefe der Stadt Jever (Stadtdirektor Hashagen) vom 16.09.1987 und 13.07.1988

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6. Planung Bismarcksäule Kiel

Im Juli 1899 beschloss die Kieler Studentenschaft, eine Bismarcksäule in Kiel zu errichten. Dazu sollte ein Komitee aus "Vertretern des Lehrkörpers, der Studenten- und Bürgerschaft" einberufen werden. Durch Spendensammlungen der Studentenschaft sollten die notwendigen Mittel für den Bau beschafft werden.

Vertreter der Kieler Studentenschaft nahmen an der Einweihung der Bismarcksäule in Friedrichsruh am 21.06.1903 teil. Eine eigene Bismarcksäule für Kiel wurde nie verwirklicht.


Quellen

- Akademische Blätter, Zeitschrift des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten, 14. Jg., Nr. 8 vom 16.07.1899, 18.Jg., Nr. 6 vom 16.06.1903

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7. Planung Bismarckturm Oldenburg

Der neu gegründete Oldenburger Baakenbrennerverein plante Anfang 1913, einen Bismarck-Aussichtsturm auf dem Schlosswall zu errichten. Größere Spendenbeträge für dieses Projekt wurden in Aussicht gestellt.

Nach anderen Informationen beabsichtigte der Bismarckdenkmal-Verein aus Oldenburg am 02.04.1913, einen Bismarckturm zu errichten.

Die Planungen wurden nicht weiterverfolgt.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1913 (S. 77)

- Schreiben des Niedersächsischen Staatsarchivs (Herr Schrape) vom 21.05.1987 und 04.06.1987 (Herr Raykowski)

- Schreiben des Stadtmuseums/Stadtarchivs Oldenburg vom 06.09.1994 (Herr Ahrens)

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8. Planung Bismarcksäule Osnabrück

Bereits im Januar 1899 gab es vom "Deutschen Verein" erste Planungen zur Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Westerberg. Die Baukosten wurden auf 20.000 Mark geschätzt. Dieser Betrag sollte nach eigenen Angaben "zweifelsfrei in kürzester Zeit beisammen sein". Der Plan wurde nicht weiterverfolgt.

Anfang April 1903 regte der Vorsitzende der lokalen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes, Oberlehrer Dr. Dieckmann, auf einer Bismarck-Gedenkfeier an, eine Bismarck-Feuersäule in Osnabrück zu bauen. Auf der Gedenkfeier wurden mehrere Hundert Mark für den Baufonds gespendet. Anfang 1904 wurde diskutiert, ob eine Feuersäule oder ein Bismarck-Denkmal errichtet werden sollte. Die Planung für die Errichtung einer Bismarcksäule wurde in den Jahren 1907 und 1914 kurz aufgegriffen, jedoch nie realisiert.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1903 (Nr. 4, S. 4); 1904 (Nr. 2, S. 3)

- Schreiben des Niedersächsischen Staatsarchivs vom 23.06.1987 und 18.11.1994 (Frau Wahlbrinck)

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9. Planung Bismarckturm Worpswede

1899-1901

Bereits im Jahr 1899 wurden die Worpsweder Kriegervereine "aus Bremen" angefragt, ob sie die Leitung für die Errichtung einer Bismarcksäule auf dem Weyerberge übernehmen. Trotz zugunsten des Baufonds durchgeführter Veranstaltungen (Theateraufführungen, Vorträge und Feste) kam es nicht zur Ausführung des Projektes.


1902-1903

Anlässlich einer Feier Bremer Vereinigungen zum 87. Geburtstag Otto von Bismarcks am 01.04.1902 wurde eine Geldsammlung für die geplante Bismarcksäule durchgeführt. In Worpswede war man positiv gestimmt und rechnete mit einer Zunahme des Besucherverkehrs. Im Juni 1903 wurde der Weyerberg "herausgeputzt", indem man eine Lindenallee anlegte.


1904-1914

Im Bremen gründete man im April 1904 das "Komitee für die Errichtung einer Bismarcksäule". Die Worpsweder Gemeindevertretung reservierte zwei Morgen Land, welches zwei Bauern abgekauft werden sollte. Am 18.07.1904 reiste eine Delegation aus Hannover an, um den avisierten Bauplatz zu besichtigen.

Am 01.04.1906 wurde eine Bismarck-Gedenkfeier auf dem Weyerberg (52 m über NN), dem nun fest geplanten Bauplatz der Bismarcksäule, durchgeführt. Der Bremer Arzt Prof. Dr. Grunert hielt die Festrede. Anschließend wurden die beiden Punkte des Berges aufgesucht, die für den Bau der Säule in Frage kamen.

Im Sommer 1906 wurde berichtet, dass der Entwurf der Bismarcksäule von Kunstmaler Hans am Ende (*1864-†1918) gefertigt wird. Dieser Entwurf zeigte eine monumentale Denkmalanlage mit einem turmartigen Bauwerk, welches halbkreisförmig von mit Architraven gedeckten, 4 m hohen Pfeilern aus Bruchsteinen umgeben waren (und an Stonehenge erinnert). Das offene Rund umgab eine künstliche Erhebung mit einem runden Wehrturm (schottisch: Broch). Hans am Endes Entwurf versuchte, das Denkmal der besonderen Form des Weyersberges anzupassen.

Zu einer Ausführung des Entwurfes kam es aus unbekannten Gründen nicht.


Quellen

- Zeitschrift des Bismarck-Bundes, Jg. 1904 (Nr. 9, S. 2), Jg. 1906 (Nr. 4, S. 62; Nr. 7/8, S. 112)

- Hannoverscher Courier vom 01.07.1899, Nr. 220

- Worpsweder Anzeiger, Dezember 1977, Nr. 12, S. 9 (genaues Datum unbekannt)

- Rundblick Herbst 2004, S. 6

- Schreiben der Gemeinde Worpswede vom 11.08.1994 (Herr Leupold)

- Schreiben des Landkreis Osterholz vom 05.12.1994 (Kreisarchiv)


Kleine Bildauswahl geplante Bismarcktürme in Niedersachsen

Abbildung Entwurf Bismarckwarte Jever von Architekt Gothe 1912

Foto eines von 12 Terrakotta-Modellen für die Bismarckwarte Jever

Foto Bismarckwarten-Holzmodell Jever nach Entwurf von A. Schäfer

Abbildung geplanter Bismarckturm Jever (Architekt Wilhelm Kreis)

Ansichtskartenmotiv geplanter Bismarckturm Jever nach dem Entwurf von Architekt A. Schäfer aus Ulm

Ansichtskartenmotiv geplanter Bismarckturm Bookholzberg (bei Delmenhorst) von Prof. Peter Behrens