Neue Rubrik "Planungen"
Zum 25. Jubiläum des Bismarcktürme-Infoportals im Mai 2026 folgt ab sofort das angekündigte neue und große Update „Planungen“ (siehe mittiger „Reiter“ auf der Startseite).
Im Buch „Bismarck-Türme und Bismarcksäulen“ von Sieglinde Seele und Günter Kloss wurden im Jahr 1998 im Anhang auf S. 180-186 erstmals alle bis dahin bekannten Bismarckturm-Planungen namentlich genannt und zeitlich eingeordnet.
Die Planungen aus dem Archiv Seele wurden von mir in den letzten Monaten gesichtet und sorgfältig durchgearbeitet.
Dabei stellte sich heraus, dass mehrere im Buch genannte Planungen wie z.B. in Glatz, Langenbielau (beide Polen) sowie in den USA sich anhand der vorhandenen Angaben nicht halten ließen. Der Bismarckturm in Krefeld, bei Kloss/Seele noch unter Planungen genannt, wurde tatsächlich realisiert.
Durch Recherchen in Zeitungsarchiven, Ermittlungen von Website-Besuchern sowie Nachforschungen von Marek Moson aus Breslau kommen nun weitere Bismarckturm-Planungen und Informationen hinzu, z.B. bezüglich der Vorhaben in Plön, Osterode, Lengerich und Plettenberg.
Insgesamt werden auf bismarcktuerme.net/planungen ab sofort 172 bestätigte Bismarckturm-Planungen genannt und - nach Bundesländern und Ländern gelistet - so ausführlich wie möglich beschrieben. Von einigen dieser Planungen existieren Entwurfszeichnungen und Ansichtskartenmotive, die hier auch gezeigt werden.
Nur wenige dieser Turm-Vorhaben sind von damaligen Bismarck-, Verschönerungs- oder anderen Vereinen seinerzeit ausführlich dokumentiert worden. Über manche Turm-Projekte gibt es nur wenige Hinweise, meist durch Beschreibungen in der Zeitschrift des Bismarck-Bundes. Die wenigen Angaben wirken daher z. T. bruchstückhaft und unvollständig, aber mehr Informationen liegen mir bisher nicht vor.
Alle bekannten Quellen wurden von mir, wie auch bei den realisierten Bismarcktürmen, bei der jeweiligen Turm-Planung angegeben.
Im Jahr 1899 oder 1900 erschien ein mehrseitiges Flugblatt der deutschen Studentenschaft mit dem Titel "Städte und Gemeinden, in denen die Errichtung von Bismarcksäulen geplant oder fest beschlossen ist". Nach der Ankündigung der deutschen Studentenschaft, Bismarck-Säulen zu errichten, gab es von vielen Städten, Gemeinden, Firmen und Bismarck-Verehrern spontane Willensbekundungen, in ihrem Ort eine Bismarcksäule zu errichten.
In den im Flugblatt aufgeführten Orten wurde eine Vielzahl der Vorhaben tatsächlich realisiert, andere Projekte blieben im Planungszustand stecken. Weitere Planungs-Nennungen stellten sich als bloße Willensbekundungen ohne Substanz heraus, die daher auf meinen Seiten bei den reellen Planungen nicht aufgeführt wurden. Ein Abgleich der genannten Vorhaben im Flugblatt mit den tatsächlichen Planungen sowie der realisierten Bauten ist in Arbeit.
Bei einigen Turm-Projekten gibt es interessante Informationen zu entdecken. So lehnte z.B. Kaiser Wilhelm II. in Bad Homburg von der Höhe (Hessen) den Bau eines Bismarckturmes ab, da er lieber einen Wachtturm im altrömischen Stil bevorzugte.
Bei einigen Vorhaben fehlte es an Unterstützung und vor allem an Geldmitteln, sodass die Errichtung eines Turmes aufgegeben werden musste oder ein – meist kostengünstigeres - Bismarckdenkmal errichtet wurde.
Eine nicht geringe Anzahl der hier aufgeführten Projekte sollte am 01.04.1915, dem 100. Geburtstag von Otto von Bismarck, eingeweiht werden. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 verhinderte häufig die Weiterführung der Planungen. Manche Bismarckturm-Initiativen wie in Jever (Niedersachsen) wurden bis weit in die 1930er Jahre weiterverfolgt.
Manche Planungen waren schon weit gediehen. Mehrere Grundsteine wurden bereits gelegt, Baumaterialien an den Bauplatz gefahren und Turm-Fundamente gegraben, z.B. auf dem Turmberg in Berent (siehe auch Fotos der Fundamente). In Schwetz an der Weichsel war der Bismarckturm sogar schon bis zu einer Höhe von 10 m errichtet worden.
Sind die Projekte vollständig? Nein! Mit Sicherheit lassen sich in Zukunft noch weitere Bismarckturm-Planungen finden. Über diesbezügliche Hinweise würde ich mich freuen.
J. Bielefeld









